Sport | Fußball
30.08.2018

Die sieben Stationen von Rapid zum Aufstieg

Die Hütteldorfer verteidigen am Donnerstag, 20.30 Uhr, im Millionenspiel von Bukarest einen 3:1-Vorsprung.

Die älteren Mitarbeiter von Rapid fühlten sich an Europacup-Reisen erinnert, als es noch lange keine Gruppenphase gab: Eine kleine Propeller-Maschine brachte die Hütteldorfer zum Millionenspiel nach Bukarest.

Ebenso historisch: Noch nie gab es nach einem 3:1-Sieg das Aus der Grünen im Rückspiel. Wenn der Vorsprung auch gegen FCSB alias Steaua Bukarest reicht, wäre die siebente Teilnahme an der Europa League fixiert. Sieben zentrale Fragen für den Aufstieg im KURIER-Überblick:

Wie legt es Rapid an?
„Wir müssen offensive Momente haben, zeigen, dass wir keine Angst haben“, fordert Kapitän Stefan Schwab. „Unsere Aufgabe ist, mindestens ein Tor zu schießen“, rechnet Trainer Goran Djuricin. „Es wird eng werden, aber weil das auch allen Spielern bewusst ist, bin ich zuversichtlich“, erklärt Sportdirektor Fredy Bickel.

Wer ersetzt Berisha?
„Die Sperre von Veton tut wirklich weh“, meint Schwab, über den gesperrten Flügel, der als mentale Stütze mitgeflogen ist. „Weil Veton der einzige ist, der nicht nur 90 Minuten laufen, sondern sprinten kann. Das wird in der sicher intensiven Partie fehlen“, ergänzt Djuricin. Zwei Tage überlegte der Chefcoach massive Umstellungen (Dreierkette oder 4-3-2-1), es dürfte aber doch das übliche 4-2-3-1 und eine offensive Variante mit Andrei Ivan auf dem Flügel werden.

Was erwartet Rapid in Bukarest?
„Wir werden sie zerstören“, kündigte FCSB-Boss Becali gewohnt griffig an. „Steaua wird offensiv und druckvoll spielen. Das ist ihre Mentalität“, rechnet Djuricin. Der schlechte Rasen wird es beiden Teams schwer machen. Über 30.000 Fans werden erwartet, 500 davon in Grün. FCSB ist ausgeruhter: Von den zehn Feldspielern in Hütteldorf stand in der Liga am Sonntag (4:1-Sieg) beim Sprung auf Platz eins nur Popescu in der Startelf. Allerdings: Goalie Balgradean hat sich verletzt und dürfte von Vlad, 19, ersetzt werden.

Was passiert nach einem Aufstieg?
Djuricin hätte seinen Posten abgesichert. Bereits am Freitag wird die Gruppenphase ausgelost, Rapid könnte sogar in Topf 2 rutschen. Jedenfalls wäre ein Weiterkommen die letzte Chance, ein Ziel von Präsident Krammer zu realisieren: Ein Platz unter den Top 50 der UEFA-Klub-Wertung im Herbst 2019.

Wie würden die Zusatz-Millionen verplant?
Selbst mit einer Gruppenphase ohne Punkte würde Rapid mindestens sieben Millionen Euro brutto verdienen. Mit den Prämien für einige Erfolge und einem Star-Gegner (Arsenal, Milan) würde der Umsatz weiter steigen. Ein Teil soll in den Bau des Trainingszentrums 2019 fließen, auch eine frühere Kreditrückzahlung für das Allianz Stadion ist möglich. Bickel würde seine sportlichen Wünsche erst nach dem Aufstieg im Detail artikulieren.

Was passiert nach einem Aus?
„Wir haben uns mit dem Ziel Gruppenphase sehr weit rausgelehnt. Ein Aus würde uns wieder angreifbar machen“, weiß Bickel. Djuricin würde jedenfalls am Sonntag in Graz auf der Bank sitzen. Nach dem Spiel gegen Sturm ist ein Gipfeltreffen samt Analyse in Hütteldorf angesetzt. Zoran Barisic wird nicht zurückkehren. Der Ex-Trainer wäre nach seiner Versöhnung mit Krammer ein Top-Kandidat für einen allfälligen Trainerwechsel gewesen, wurde aber bis 2021 von Ljubljana verpflichtet.

Wird es Last-Minute-Transfers geben?
Nein. „Ich habe diesen Sommer mit den Leihgeschäften insgesamt 29 Transfers abgewickelt, das reicht“, sagt Bickel. Ursprünglich war geplant, im Fall des Ausscheidens noch weitere Talente zu verleihen – das wurde wegen der Verletzungs-Misere abgesagt. „Auch wenn wir ab Oktober zu viele Spieler haben könnten.“ Spannend wurde es zuletzt mit einem Millionenangebot für Thomas MurgBickel hat definitiv abgelehnt, unabhängig davon, wie es gegen FCSB ausgeht.

Donnerstag, 20.30 Uhr
FCSB – Rapid Wien (Hin: 1:3),
ORFeins, SR Michael Oliver (ENG).
Mögliche Aufstellung Rapid:
Strebinger; Potzmann,  Sonnleitner, Barac, Bolingoli; Ljubicic, Schwab; Ivan, Knasmüllner, Murg; Alar.
Es fehlen: Berisha (gesperrt), Dibon, Pavlovic, Mocinic, Szanto (alle rekonvaleszent/im Aufbautraining), Schobesberger (Hüfte), P. Gartler (Kahnbeinbruch)