Die ewige Einser-Frage im ÖFB-Team

In den letzten zwanzig Jahren konnte sich kein Tormann als unumstrittene Nummer eins im Nationalteam etablieren.

Franz Gruber stand zu Zeiten ... ... eines Michael Konsel oder Franz Wohlfahrt bei der Admira und bei der Wiener Austria zwischen den Pfosten, heute trainiert er bei der Austria die ... ... aktuellen Teamtorhüter Pascal Grünwald (A-Team) ... ... und Heinz Lindner (U 21). Gruber fühlt sich somit kompetent, um zu vergleichen. "Früher haben ... ... ein Konsel oder Wohlfahrt auch Fehler gemacht, die sind aber nicht so aufgefallen. Heute werden Szenen im Fernsehen oder Internet regelrecht seziert." Ein Unterschied besteht sehr wohl in der Konkurrenz-Situation. "Wohlfahrt oder Konsel hatten hinter sich eine klare Nummer 2. Heute sind Konkurrenz und auch Druck stärker. Da fällt jeder Fehler mehr ins Gewicht." Vielleicht ein (Mit-) Grund, warum sich im Team auf Dauer keine Nummer 1 etabliert hat. Im Fall ... ... von Jürgen Macho, der bei der EM 2008 unter Josef Hickersberger den Vorzug gegenüber Alex Manninger erhielt, war allerdings auch Verletzungspech dabei.

Den ersten Karriereknick ... ... musste Macho verkraften, als er eine Woche nach dem Wechsel zu Chelsea einen Kreuzbandriss erlitt. Heuer im Sommer wurde der Wiener erneut (von Rapid-Arzt Benno Zifko) am Knie operiert. Im Moment arbeitet Macho mit Erlaubnis seines Arbeitgebers Panionios Athen täglich im Ottakringer Medical-Fitness-Center von Ex-Rapid-Konditionstrainer Hans Meier am Comeback. Manninger beendete von sich aus seine Teamkarriere mit der Begründung, er sei in Österreich zu wenig geschätzt worden. Mittlerweile ist Manninger bei Juventus Turin nur noch – hoch bezahlter – dritter Tormann. Die angekündigten Transfers zu Chievo, Siena oder Sampdoria Genua (wo Manninger schon als fix gemeldet worden war) platzten im Sommer allesamt. Ramazan Özcan, bei der EM Österreichs Nummer drei, sitzt in Ingolstadt meist auf der Bank. Griechenland-Profi Michael Gspurning (drei Länderspiele) hat wie im Team auch bei Xanthi kein Einserleiberl mehr. Und Christian Gratzei, der wie Gspurning in der Ära von Dietmar Constantini sein Teamdebüt feiern durfte, ist wegen einer Meniskusverletzung bei Sturm Graz zur Passive gezwungen. Robert Almer, zuletzt die Nr. 2, ist diese nun auch wieder bei Düsseldorf. Von der Tormann-Generation 30 plus verfügt beim Amtsantritt von Teamchef Marcel Koller lediglich Rapids Helge Payer über Spielpraxis.
(KURIER) Erstellt am
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