Bundesliga macht gegen Buhmann Sammer mobil

Bayern Munich's sport director Sammer arrives for
Foto: Reuters/MICHAELA REHLE Matthias Sammer eckte an.

Der Sportvorstand von Bayern München hat mit seiner Kritik Spott und Häme der Gegner provoziert.

Matthias Sammer war nach dem 6:1-Kantersieg seiner Bayern am Samstag in Wolfsburg ungewohnt zurückhaltend. Der Eindruck konnte einen überkommen, dass er, der Sportvorstand der Münchner, erkannt hat, dass er unter der Woche verbal doch weit über das Ziel geschossen hatte.

"Vielleicht sind wir von der Qualität, aber auch von der Mentalität im Moment anderen überlegen. Und vielleicht ist das die Message nach draußen: Wird denn woanders auch jeden Tag akribisch trainiert, als würde es kein Morgen geben? Das tägliche Training, die tägliche Ansprache ist das Produkt einer Entwicklung. Und die hat der eine oder andere Klub in Deutschland nicht", hatte der 46-Jährige in einem Interview dem TV-Sender Sport1 gesagt.

Am Freitag wurde Jürgen Klopp mit Sammers Aussagen in einer Pressekonferenz konfrontiert. Der Dortmund-Trainer schnaufte tief durch, dachte einige Sekunden nach und watschte dann seinen Intimfeind, mit dem er schon einige Male aneinandergekracht war, verbal ab: "An seiner Stelle würde ich jeden Morgen, wenn ich das Münchner Trainingsgelände betrete, Gott danken, dass jemand auf die Idee gekommen ist, mich dazuzunehmen. Ich weiß nicht, ob der FC Bayern ohne Sammer einen Punkt weniger geholt hätte."

Autsch, das saß. Und es schien, als wüsste Klopp, was folgen würde. Der Dortmunder Trainer bekam am Samstag breiteste Unterstützung aus der Bundesliga. Als "hochgradig arrogant" bezeichnete Hannovers Manager Dirk Dufner in der Bild am Sonntag Sammers Aussagen: "Es ist eine Frechheit, den anderen Mannschaften zu unterstellen, sie würden nicht genug trainieren."

Mainz-Manager Christian Heidel kritisierte Sammer ebenfalls: "Wenn wir auch die Möglichkeit hätten, uns in zwei Jahren Spieler für 130 Millionen zu kaufen, werden wir auch ohne Sammers Ratschläge Meister. So schwer ist das nun auch nicht."

Latein

"Man muss aufpassen, dass man nicht das Gefühl bekommt, dass man die Weisheiten dieser Fußballwelt für sich alleine gepachtet hat", meinte Heribert Bruchhagen. Der Frankfurt-Vorstand schaffte es gar mit einem Zitat auf Latein in den Boulevard: "Si tacuisses – philosophus mansisses!", richtete er Sammer aus. Zu Deutsch: "Hättest du geschwiegen, wärest du ein Philosoph geblieben!"

"Gratulation an Jürgen Klopp. Ich glaube, er hat viel Unterstützung in der ganzen Liga. Die Bayern haben so viele Punkte Vorsprung, weil sie die besten Spieler und nicht, weil sie die beste Trainingslehre haben", sagte HSV-Manager Oliver Kreuzer.

Sammer ließ die verbale Schelte über sich ergehen, meinte nur: ""Die Stärke von Bayern München ist, dass wir uns auf uns konzentrieren und fokussieren. Das ist meine Antwort dazu", sagte der Ex-Dortmund-Coach.

Einer, dem Sammers Aussagen sicher nicht getaugt haben, ist seit Sonntag zurück in der Bundesliga: Huub Stevens löste bei Stuttgart den glücklosen Thomas Schneider ab. Der Niederländer, der vor acht Tagen bei PAOK Saloniki gefeuert worden war, bekam bei den abstiegsbedrohten Schwaben einen Vertrag bis Saisonende.

Für den 60-Jährigen, der 2010 mit Salzburg Meister wurde, geht die Deutschland-Tour weiter. Er betreute in seiner Karriere auch schon zwei Mal Schalke sowie den 1. FC Köln, Hertha BSC und den HSV. Stuttgart ist also Stevens fünfte Trainerstation in Deutschland.

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?