Die Ära Constantini

Die Teamchef-Karriere von Dietmar Constantini geht nun doch vor den kommenden Spielen gegen Aserbaidschan und Kasachstan zu Ende.

"Mander, 's isch Zeit!" - im Fall von Didi Constantini ist es Zeit, zu gehen. Der Zug Richtung EM 2012 ist nach dem Unentschieden gegen die Türkei endgültig abgefahren. Die ersten Schritte in Richtung nächstes Großturnier, der WM in Brasilien 2014, werden in ungefähr einem Jahr gemacht. Didi Constantini wird dann allerdings nicht mehr auf der Trainerbank sitzen. Nach drei Einsätzen als Interimstrainer Anfang der 90er und zwei Assistenzzeiten unter Ernst Happel und Otto Baric wurde Constantini nach der kurzen und eher erfolglosen Ära Karel Brückners am 7. März 2009 ... ... von ÖFB-Präsident Leo Windtner als neuer Teamchef vorgestellt. Nach einem starken Einstand beim ... ... 2:1-Sieg über Rumänien im Zuge der WM-Qualifikation 2010 erfolgte mit Niederlagen gegen Serbien und Kamerun rasch die Ernüchterung. In 23 Spielen als Teamchef seit 2009 hält Constantini bei 7 Siegen, 3 Unentschieden und 13 Niederlagen. Das Torverhältnis von 30:42 wurde bei der 2:6-Niederlage gegen Deutschland weiter ins Negative verzerrt. Die Hauptkritikpunkte an Constantinis Arbeit sind sein eher bescheidenes Verhältnis zur Taktik und zu moderneren Arbeitsmethoden wie der akribischen Analyse des Gegners und die darauf bauende Einstellung des eigenen Teams, sowie sein Verhältnis ... ... zu einzelnen Spielern, das häufig den Weg in die Medien findet und dort breitgetreten wird. Auch der Verzicht auf Spieler mit internationaler Erfahrung, wie Martin Stranzl, György Garics und ... ... Andreas Ivanschitz stößt nicht immer auf Verständnis. Die Aussage, dass "sich die deutsche Bundesliga hinterfragen sollte", als Ivanschitz dort kurzzeitig die Scorerliste anführte sorgte für zusätzliches Kopfschütteln. Dennoch erfreut sich Constantini bei vielen Fans des Nationalteams, bis in die höchsten Ämter hinauf, noch großer Beliebtheit, und auch ÖFB-Präsident Windtner ... ... setzt bis zum Ablaufen von Constantinis Vertrag auf ihn als Teamchef. Den medialen Rückhalt hat er teilweise mit seinem Auftritt bei der Pressekonferenz nach der Slowakei-Niederlage verspielt, als er auf Fragen von Journalisten äußerst gereizt den Saal verließ und seine beiden Assistenten Manfred Zsak und Franz Wohlfahrt ihre Privatmeinungen in die noch offenen Mikrofone husteten. Doch die andauernde Erfolglosigkeit (die letzten zehn Spiele brachten nur einen Sieg, zwei Remis und sieben Niederlagen) fordert nun letzten Endes doch ihren Tribut - noch vor den beiden letzten Qualifikationsspielen gegen Aserbaidschan und Kasachstan muss er seinen Platz für einen Nachfolger räumen.
(KURIER.at / Florian Bauer) Erstellt am
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