Neven Subotic verursachte am Samstag den Elfmeter, der zur siebenten Dortmunder Saisonniederlage führte.

© REUTERS/MICHAEL DALDER

Deutschland
11/03/2014

"Alptraum" und "Seuche" beim BVB

Der Blick auf die Tabelle versetzt alle Beteiligten in große Sorge: Dortmund ist seit Sonntag Vorletzter.

Für Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist es „ein Alptraum“, Verteidiger Lukasz Piszczek glaubt an „eine Seuche“. Nach dem Absturz auf einen Abstiegsplatz in der deutschen Fußball-Bundesliga herrscht bei Borussia Dortmund Alarmstimmung. Von Vorfreude auf das Duell am Dienstag mit Galatasaray Istanbul kann wahrlich keine Rede sein. Angesichts der prekären Lage gerät die Champions League zur Nebensache. Stattdessen genießt die Bundesliga von nun an absolute Priorität. Aus Sorge um den BVB hofft Verteidiger Neven Subotic, dass sich die Türken als Aufbaugegner erweisen: „Wir können Selbstvertrauen tanken für das Heimspiel am Sonntag gegen Gladbach.“

Die Chancen auf eine Mut machende Therapie stehen gut. Anders als auf nationaler Bühne lief für den BVB in Europa bisher alles nach Plan. Nach drei Siegen über Arsenal, Anderlecht und Galatasaray führt der Bundesliga-Vorletzte die Tabelle der Gruppe D mit makelloser Bilanz an. Mit einem weiteren Erfolg über den türkischen Meister wäre der Achtelfinal-Einzug bereits nach vier Vorrundenspielen perfekt - so früh wie nie zuvor. Doch damit allein will sich Sportdirektor Michael Zorc nicht begnügen: „Wir wollen den Gruppensieg.“ Schließlich würde der erste Platz die Chance auf einen leichteren Gegner in der ersten K.o.-Runde erhöhen.

Keine hektischen Maßnahmen

Die Zeit internationaler Festtage dürfte schon bald vorerst vorbei sein. Spätestens nach dem 1:2 am Samstag beim FC Bayern erscheint es bei einem Abstand von bereits zehn Punkten auf den Tabellenvierten Hoffenheim illusorisch, weiter an einen erneuten Einzug in die europäische Königsklasse zu glauben. Zum Leidwesen von Vereinschef Watzke wird der BVB mittlerweile sogar als Abstiegskandidat gehandelt. „Das ist auch für mich ein Alptraum“, gestand der Vereinschef in einem ARD-Interview.

Von in solchen Krisensituationen üblichen Mechanismen hält Watzke jedoch wenig. Zum wiederholten Mal stärkte er Trainer Jürgen Klopp demonstrativ den Rücken: „Er hat keinen einzigen Fehler gemacht.“ Hektische Maßnahmen wären nach Einschätzung des Geschäftsführers ohnehin kontraproduktiv: „Es hilft, dass der Verein in dieser Situation ruhig und besonnen ist - nicht gelassen.“

Bezeichnenderweise reden derzeit alle Beteiligten mehr über die anstehende Aufgabe gegen Mönchengladbach als über das Duell mit Galatasaray. So wird darüber spekuliert, welche Profis gegen Istanbul fehlen und für das wichtigere Spiel gegen den in dieser Saison seit 17 Pflichtspielen unbesiegten Bundesliga-3. geschont werden. Eine radikale Rotation ist jedoch nicht zu erwarten.

In jedem Fall muss Klopp auf Mats Hummels verzichten. Der Weltmeister wird seiner Mannschaft wegen einer Bänderdehnung im rechten Sprunggelenk drei Wochen fehlen. Als möglicher Ersatz gilt Subotic, obwohl der in München nach der Pause eingewechselte serbische Nationalspieler an beiden Gegentoren beteiligt war.

Fehlendes Selbstvertrauen

Anders als Dortmund feierte Istanbul am Wochenende eine gelungene Generalprobe. Dennoch blieben beim 2:1 im Derby gegen Kasimpasa erneut viele Wünsche offen. Nach Rückstand zur Pause drehten Burak Yilmaz (53.) und Umut Bulut (90.) das Spiel. „Uns fehlt Selbstvertrauen. Wir sind nicht in der Lage, 100 Prozent unserer Fähigkeiten abzurufen“, klagte der ehemalige Bundesliga-Spieler Hamit Altintop in der türkischen Zeitung Hürriyet.

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