Der Partyschreck namens Bengale blieb aus

Eine Gruppe von Fans feuert ihr Team hinter einem Zaun an.
Nächster Halt: Happel-Stadion. Zuschauer-Diskussionen wird es dort im ersten Heimspiel der Gruppenphase auf keinen Fall geben.

Und da liefen sie dem Ball hinterher. Elf mehr oder weniger Österreicher. Und elf mehr oder weniger Griechen. Und allesamt im Stadion warteten auf den 23. Gast, auf den Partyschreck, den keiner gebrauchen konnte: Auf den Bengalen.

Der Bengale definiert sich hauptsächlich darüber, dass er ausschließlich von Idioten gezündet wird. Gut, schön anzuschauen ist er ja. Aber am Donnerstag wollte ihn wirklich niemand sehen, hatte doch die UEFA angekündigt, Rapid im Falle einer Fan-Ausschreitung aus dem Europacup auszuschließen. Platzsprecher Andy Marek bat die Zuschauer deshalb, ihre Mannschaften friedlich anzufeuern, also ohne diese eine, zündende Idee.

Im Ost-Block hatten sich die PAOK-Sympathisanten versammelt. Gut erkennbar an den nackten Oberkörpern, an ein paar Wänsten und den schwarzen Hosen. Vor ihnen, Aug in Aug, standen 26 Sicherheitskräfte in orangen Westen. Vom Spiel haben die jedenfalls nicht viel gesehen, in Ermangelung eines Rückspiegels. Wird man eigentlich traumatisiert, wenn man 90 Minuten lang halbnackten Griechen beim Krawallmachen zuschauen muss? Die Rapid-Anhänger dürften als ein bissl zahmer eingestuft worden sein. Auf Grün-weiß passten nur 16 Männer auf, sie trugen Gelb.

Selbst das Führungstor durch Alar und die Verdoppelung durch Boyd brachten die griechischen Rabauken nicht in Rage. Wann, wenn nicht zu diesen Anlässen, hätten sie besser Spielverderber sein können? Oder hatten sie gar vergessen, Feuerzeuge ins Hanappi-Stadion zu schmuggeln?

Applaus & Pfiffe

Drüben brüllten sich die Rapidler die Seelen aus den Leibern. Weit davon entfernt, Unfug anzustellen. Die Hände zum Himmel, für unser’n SCR. Die berühmteste Sport-Viertelstunde wurde eingeklatscht, die Griechen pfiffen wüst zurück. Es schien fast, als hätten sie sich abgefunden mit der Loser-Rolle.

3:0 – aus, Ende, kein Bengale. Nächster Halt: Happel-Stadion. Zuschauer-Diskussionen wird es dort im ersten Heimspiel der Gruppenphase auf keinen Fall geben.

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