Der Mental-Trainer des Nationalteams

Der Sportpsychologe Thomas Graw ist Anlaufstelle für mentale Belange.
Ein Mann im Österreich-Trikot steht nachdenklich am Fußballtor.

Dem Zufall soll nichts mehr überlassen werden im österreichischen Nationalteam. Neuerdings betreuen 16 Menschen die Spieler. Zuständig für körperliche und auch mentale Belange. Für reine Kopfsachen ist der Bochumer Sportpsychologe Thomas Graw Anlaufstelle.

Ihn hat Teamchef Marcel Koller in seiner Zeit beim VfL in der deutschen Bundesliga kennen und schätzen gelernt. Und die Mannschaft nimmt das Angebot an. Graw: "Die Quote jener Spieler, die meine Unterstützung in Anspruch nehmen, ist sehr hoch."

Nein, es gehe dabei nicht darum, irgendwelche psychologischen Schäden in den Griff zu bekommen. "Im mentalen Training üben wir Bewegungsabläufe und Laufwege visuell ein. Damit werden sie wie auf einer Festplatte gespeichert und können dann im Spiel abgerufen werden", erklärt Graw. Dies wiederum bewirke, dass die Spieler mit mehr Gelassenheit, mehr Selbstvertrauen und erhöhter Dynamik ans Werk gehen können.

Trance

Wie das funktioniert? Die Spieler werden teilweise in Trance versetzt. Wie in einem Film spielen sich einzelne Spielsituationen vor dem geistigen Auge ab. Was er dabei entdeckt hat? Über Details darf Graw nicht sprechen. Doch beruhigend sind jedenfalls seine ersten Untersuchungsergebnisse: "Ich finde keinen in der Gruppe, der verhaltensauffällig wäre."

Wichtig seien hingegen die Verschiedenartigkeiten der Charaktere. "Ich halte nichts von Gleichmacherei, und sie darf auch nicht das Ziel sein", meint Graw, der auch Einzelsportlern wie Golfern, Schwimmern oder Leichtathleten seine Hilfe anbietet.

Mehr zum Thema

  • Hintergrund

  • Hintergrund

Kommentare