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Sport Fußball
02/19/2019

Der LASK steht vor einer historisch erfolgreichen Saison

Das beste Ligaresultat seit dem Meistertitel 1965 scheint in Griffweite zu sein.

Punkteteilung nach dem Grunddurchgang hin oder her: Vieles deutet vor dem Start des Fußball-Frühjahrs auf eine historische Saison für den LASK hin. Mit dem 6:0-Cupsieg über St. Pölten bekräftigte der erste Salzburg-Verfolger am vergangenen Wochenende die hohen Ansprüche. Der Vizemeistertitel scheint für die Oberösterreicher in Griffweite. Es wäre die beste Ligasaison seit 54 Jahren.

In der Endabrechnung landete der LASK bisher nur einmal auf Platz zwei. 1962 wurde man hinter der Austria Vizemeister, drei Jahre später folgte dann der bis dato einzige Meistertitel - veredelt mit dem Double. 1980, 1984 und 1985 schloss der "Stolz von Oberösterreich" auf Rang drei ab. Angesichts der in der laufenden Saison an den Tag gelegten Konstanz wäre ein Top-3-Finish und damit Starts in CL- (2.) oder EL.-Qualifikation (3.) alles andere als überraschend.

Spielidee

Gedanken, denen sich Trainer Oliver Glasner zumindest nach außen hin nicht hingeben möchte. "Es ist relativ einfach", meinte der 44-Jährige. "Wir haben schon seit Jahren aufgehört, auf die Tabelle zu schauen. Wir schauen nur auf die Leistung. Die hilft uns, am Ende des Tages Erfolg zu haben."

Den kann man den Linzern nicht absprechen. Unter Glasner schaffte der LASK den Aufstieg, schloss die Rückkehrsaison in der Bundesliga 2018 mit Platz vier ab und machte in der Europa-League-Quali eine gute Figur. Glasner hat der Mannschaft seine pressingorientierte Spielidee eingeimpft, der Lohn war ein ziemlich konstanter Herbst, der Ritterschlag die Einberufungen von Kapitän Gernot Trauner und Rechtsaußen Thomas Goiginger ins Nationalteam.

Konstanz

Großer Trumpf ist nicht zuletzt die personelle Konstanz. Glasner werkt seit dreieinhalb Jahren bei den "Athletikern", das Gesicht der Mannschaft hat sich seit Sommer 2017 kaum verändert. Zumindest vertragstechnisch deutet wenig auf einen etwaigen Zerfall der Mannschaft im Sommer hin. Nur die Verträge von Emanuel Pogatetz, James Holland und Salzburg-Leihe Samuel Tetteh laufen 2019 aus.

Auch im Winter ging es in puncto Transfers eher ruhig zu, neu dazu kamen Mittelfeldmann Stefan Haudum und Stürmer Joao Klauss. Hoffenheims brasilianischer Leihspieler unterstrich mit einem Treffer gegen St. Pölten seine Klasse und könnte in Pasching zum nächsten Joelinton heranreifen. Der spielt nach einem Leihengagement bei Rapid seit Sommer in Hoffenheim groß auf. Im Moment dürfe man aber nicht zu viel von den Neuen erwarten. Glasner: "Wir wollen ihnen das halbe Jahr Akklimatisierung geben."

Neuverpflichtungen seien quasi logisch gewesen. "Unser Kader ist ja nicht riesengroß. Uns war schon bewusst, dass wir da auch einmal quantitativ nachrüsten müssen. Es geht Schlag auf Schlag, da brauchst du einen entsprechenden Kader", meinte Glasner angesichts seiner im Herbst aus 17 Feldspielern und drei Kooperationskickern der OÖ Juniors bestehenden Truppe.

Kein Zufall

Dass der LASK mit seinem Personal so gut durch den Herbst kam, ist laut Glasner kein Zufall. "Wir haben eine gute Trainingssteuerung, haben die Spieler immer auf einem sehr guten Fitnesslevel", erklärte der Trainer und Sportdirektor in Personalunion. "Wir versuchen, die Muskelverletzungen so gering wie möglich zu halten. Da haben wir im Herbst nur eine gehabt", meinte Glasner und hatte zugleich Lob für die Akteure am Feld übrig: "Das liegt aber auch an der Professionalität der Spieler."

In den vier restlichen Spielen des Grunddurchgangs trifft der LASK am Freitag (19.30 Uhr) zuhause auf die Austria, dann auf Sturm Graz (a), Wacker Innsbruck (h) und Altach (a). Selbstläufer wird der Finaldurchgang aufgrund der Punkteteilung so oder so keiner. Nimmt man den aktuellem Stand als Maßstab, würde der LASK in die zehn Spiele der zweiten Saisonphase mit sieben Zählern Rückstand auf die "Bullen", aber nur drei Vorsprung auf St. Pölten gehen. Der WAC und die Austria lägen vier Punkte hinter dem LASK, Sturm Graz würden fünf Zähler fehlen.