Sport | Fußball
20.06.2018

Der "Fall Atanga" war bereits vor der Relegation ein Thema

Wr.-Neustadt-Präsidentin Putzenlechner diskutierte Ende Mai im Bundesliga-Aufsichtsrat. Ab wann war der Protest geplant?

Eigentlich drängt die Zeit: Wiener Neustadt will in fünf Wochen in die Bundesliga starten, benötigt dafür aber noch eine Mannschaft. „Je nach Liga sind zehn bis 14 Spieler unter Vertrag“, sagt Präsidentin Katja Putzenlechner. Das Allerwichtigste fehlt ebenfalls (noch): die Lizenz zum Aufstieg. Eine Woche ist seit der Beglaubigung der Relegation vergangen, bis Freitag bleibt noch Zeit für den angekündigten Protest.

Werden auch in dritter Instanz die Fristen ausgereizt, steht erst wenige Tage vor dem Ligastart fest, ob St. Pölten doch in Liga 2 absteigen muss. Putzenlechner: „Das ist keine Taktik, unser Protest braucht eben Zeit.“

Joker für Relegation?

Wie kam es zum Einspruch gegen den Einsatz von David Atanga für den SKN? Nach dem 1:1 am 3. Juni, „bei der Heimfahrt im Bus“, sei der mögliche Verstoß gegen FIFA-Regeln entdeckt worden, sagt Putzenlechner.

Allerdings: Bereits am 28. Mai fand eine Sitzung des Liga-Aufsichtsrates statt. Mit Putzenlechner als Vertreterin der zweiten Spielklasse. Besprochen wurde auch die Regelung für Kooperationsspieler. Fazit der Klubvertreter: Talente sollen weiter als Kooperationsspieler zu verleihen sein, Einsätze für drei verschiedene Klubs (wie bei Atanga) für kommende Saison aber verboten werden.

Wurde der „Fall Atanga“ also doch nicht erst im Bus entdeckt? Putzenlechner verneint: „Bei der Sitzung wusste ich noch gar nicht, wer wann für wen gespielt hat.“