Deislers Leidensgeschichte
Sebastian Deisler (geboren 1980) stammt wie Ottmar Hitzfeld aus Lörrach an der Schweizer Grenze. Er ging zum Nachwuchs von Mönchengladbach, wurde bei Hertha BSC zum Star und von den Bayern geholt. 2001 und 2002 verletzte er sich am Knie. 2007, im Winter-Trainingslager mit Bayern München, verkündete er seinen Rücktritt. Der Mensch Deisler hatte mit sich und seiner Umwelt mehr zu kämpfen als der Fußballer Deisler mit seinen Gegenspielern.
Seine 2009 erschienene Biografie trägt den Titel "Zurück ins Leben". Darin steht: "Alles, was mir seit dem Beginn meiner Karriere gefehlt hat, sind doch Wurzeln. Für die anderen war ich ein Star – aber ich habe mich gefühlt wie eine Glühbirne, die einsam von der Decke hängt. Nackt." Oder: "Ich fühlte mich wie ein trauriger Clown."
Frust
Als Knackpunkt seiner Karriere bezeichnet er den Punkt, als sein Wechsel von Berlin nach München bekannt wurde und er sogar Morddrohungen von Fans erhielt. "Das ist es, was mir den Fußball versaut hat. Das war mein Genickschuss. Heute weiß ich, dass ich damals hätte aufhören müssen." In München machte er 2003 öffentlich, dass er Depressionen hatte.
"Einige haben mich hinter vorgehaltener Hand ,die Deislerin" genannt. Die konnten mich nicht mehr ertragen." Seine Karriere beendete er unter Trainer Felix Magath: "Er misstraute den Spielern. Er schürte Angst, damit sie sich den Arsch aufrissen."
Deisler hat einen Sohn, lebt von ihm und dessen brasilianischer Mutter aber getrennt. Mittlerweile ist er aus Berlin zurück in seine Heimat gezogen. Es hieß, er habe in Freiburg einen Himalaja-Laden, er hat einem Freund dafür aber nur eine Bürgschaft gegeben.
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