Das Wett-Fieber ist ausgebrochen

Nachgefragt: Philip Newald von "tipp3" rechnet mit 600.000 Wettscheinen in den nächsten drei Wochen.
Ein Mann mit Brille und Hemd lehnt an einem Fußballtor.

Die Vorfreude auf die EM steigt. Nicht nur bei Fußballfans, auch beim 25-köpfigen Team von Philip Newald. "Nachdem wir mehrere Monate darauf hingearbeitet haben, ist es schön, dass das Turnier endlich losgeht", sagt der Vorstandsvorsitzende des österreichischen Wettanbieters "tipp3".

Kurz vor dem Ankick der EM spricht Newald über Nachbarschaftsliebe, Geheimfavoriten und sein Team des Herzens.

KURIER: Morgen beginnt die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Wie macht sich das im Wettgeschäft bemerkbar?
Philip Newald:
Das EM-Fieber ist schon deutlich ausgebrochen. Die Nachfrage ist in den letzten Tagen bereits gestiegen.

Auf welche Nationen wetten die Österreicher am liebsten?
Deutschland ist bei uns immer ein großes Thema. Sämtliche Wetten, die mit unseren Nachbarn zu tun haben, sind für unsere Kunden sehr interessant. Deshalb haben wir auch alle unsere Kampagnen auf Deutschland aufgehängt. Wir bemerken auch, dass sich das Image von Deutschland in den letzten Jahren gewandelt hat.

Inwiefern?
Seit der Heim-WM 2006 und der EM 2008 ist die Sympathie gegenüber Deutschland stark gestiegen. Der Großteil unserer Kunden glaubt, dass das Team von Joachim Löw den Titel holen wird.

Welche interessanten Geheimfavoriten gibt es aus Ihrer Sicht?
Frankreich wird bei uns oft als Europameister nachgefragt. Viele trauen außerdem Polen die absolute Überraschung zu. Dieser Geheimtipp würde sich auch finanziell lohnen: Für den polnischen Titel gäbe es den 40-fachen Einsatz.

Bemerken Sie bei Groß­ereignissen ein anderes Wett-Publikum als sonst?
Bei EM oder WM gibt es immer viele Neukunden. Auch der Damenanteil ist mit 25 Prozent höher, normalerweise sind 85 Prozent der Kunden männlich. Das Schöne an der EM ist, dass die Spiele ausgeglichener sind als bei der WM. Auch die Beginnzeiten zur Primetime sind bei der EM besser. Das ist nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Buchmacher eine sehr attraktive Ausgangssituation.

Mit wie vielen platzierten Wetten rechnen Sie während den Europameisterschaften?
Wir gehen von rund 600.000 Wettscheinen im Rahmen der drei Wochen aus. Das ist ein Zuwachs im hohen zweistelligen Prozentbereich, der vor allem auf das neue Live-Wetten-Angebot zurückzuführen ist.

Welcher Mannschaft halten Sie persönlich die Daumen?
Ich denke, dass die Niederlande den Titel holen können, die sind einfach in Topform. Meine Mannschaft des Herzens ist aber England. Aufgrund der vielen Verletzungen befürchte ich aber, dass sie nicht in der Lage sein werden, um den Titel mitzuspielen.

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