Das Stadtduell um Premier-League-Titel

Manchester United wird am Montag mit einem Sieg über Manchester City der Titel nicht mehr zu nehmen sein.
Ein Fußballspieler wird von einem anderen während eines Spiels Huckepack genommen.

Manchester wird englischer Meister. Eine niveaulose Einschätzung, weil sie zu 100 Prozent zutreffen wird. Die Frage ist nur: Manchester United oder Manchester City.

Am Montag könnte im Etihad Stadium, dem Zuhause von City, eine Vorentscheidung fallen (21 Uhr, live Sky Sport). Gewinnt United, dann würde der Vorsprung zwei Runden vor dem Ende bereits sechs Punkte betragen. Und die Ferguson-Elf hat mit Swansea und Sunderland keine Großmächte mehr vor sich. Trotz der jüngsten Selbstfaller des Konkurrenten sieht ManCity-Trainer Roberto Mancini die "Red Devils" nach wie vor als klaren Titelfavoriten. "Sie haben drei Punkte Vorsprung und danach zwei leichte Spiele", sagte der Italiener. Mit einem Sieg würde sein Team aber aufgrund der besseren Tordifferenz die Tabellenführung übernehmen, hat aber mit Newcastle und den Queens Park Rangers das schwerere Restprogramm.

Zuversicht

Porträt von Alex Ferguson mit Brille und dunkler Jacke.

Nicht nur deswegen gab sich Sir Alex Ferguson im Titelkampf zuversichtlich. "Es gibt keinen Grund, warum wir kein gutes Resultat holen sollten. Wir sind in der besseren Position", erklärte der Schotte, der vom wichtigsten Manchester-Derby seit seinem Amtsantritt vor 26 Jahren sprach.

Schon bei einem Unentschieden wäre United der 20. Meistertitel – der 13. unter Ferguson – wohl nicht mehr zu nehmen. "Aber es ist der Anspruch von Manchester United, immer auf Sieg zu spielen. Das gilt auch für dieses Match."

Vor wenigen Wochen betrug der Vorsprung von Man­United auf den Rivalen noch komfortable acht Punkte, durch eine Niederlage gegen Wigan und ein 4:4 nach 4:2-Führung gegen Everton ließen Wayne Rooney und Kollegen die Citizens aber wieder herankommen. "Vor allem das Unentschieden gegen Everton tut noch immer weh, doch wenn man sich unsere Geschichte anschaut, war es eigentlich zu erwarten. Wir neigen dazu, uns selbst das Leben schwer zu machen", sagte Ferguson.

Erwartungen

Roberto Mancini gestikuliert während eines Fußballspiels.

Obwohl sein Verein in den vergangenen Jahren Hunderte Millionen in neue Spieler investierte, fühlt sich Mancini nicht unter Druck. "Weil man von uns nicht erwartet, dass wir Meister werden."

Damit der dritte Titel – der erste seit 1968 – doch noch Realität wird, hebt der frühere Inter-Mailand-Trainer offenbar endgültig den Bannstrahl gegen Mario Balotelli auf. "Bei all den dummen Sachen, die er gemacht hat, war er in dieser Saison auch wichtig für uns. Mit ihm ist alles möglich", sagte Mancini über seinen 21-jährigen Landsmann. "Mit ihm ist es wie in einer Familie, wenn sich ein Kind danebenbenimmt. Die Zuneigung der Eltern ist weiterhin da."

Ob der umtriebige Jungspund auch noch nach dem Schlager die Zuneigung der Väter von Manchester City genießt?

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