Sport | Fußball
10.08.2018

Darf ein Iraner mit einem Israeli Fußball spielen?

Erstmals stehen bei Piräus mit Ehsan Hajsafi und Bibras Natcho ein Iraner und ein Israeli bei einem Klub unter Vertrag.

Werden zum ersten Mal ein iranischer und ein israelischer Fußball-Teamspieler gemeinsam in derselben Klubmannschaft spielen. Der Vizekapitän des iranischen Nationalteams, Ehsan Hajsafi, und Israels Kapitän Bibras Natcho stehen nun beim griechischen Erstligisten Olympiakos Piräus unter Vertrag. Der 30-jährige Natcho kam ablösefrei von ZSKA Moskau, der 28-jährige Hajsafi von Panionios Athen.

In der Islamischen Republik Iran wird dieser Transfer nach Einschätzung von Beobachtern hohe Wellen schlagen. Der Iran und Israel sind seit fast vier Jahrzehnten politische Erzfeinde. Seit dem politischen Umsturz 1979 ist es iranischen Sportlern untersagt, gegen israelische Konkurrenten anzutreten. Diese Anti-Israel-Politik wurde zuletzt aber sogar von der iranischen Ringerlegende Rasul Chadem, 1996 in Atlanta im Freistilringen in der Klasse bis 90 Kilogramm der erste Olympiasieger der seit 1979 bestehenden Islamischen Republik, öffentlich infrage gestellt.

Das Ayatollah-Regime hält aber trotzdem an seinem Kurs fest. Und wenn nun zwei Spieler der verfeindeten Staaten für denselben Club spielen, ist das ein Novum für den iranischen Fußballverband sowie das Sportministerium. Bei einem Tor wäre ein gemeinsamer Jubel der beiden Spieler für die Führung in Teheran ein Horrorszenario. Kommentatoren halten es deshalb für nicht ausgeschlossen, dass Hajsafi auf Anordnung aus Teheran seinen Vertrag in Piräus noch kündigen muss.