Auf ihn ist Verlass: Messi erzielte am Sonntag seine "Clásico"-Treffer 20 und 21.

© Reuters/SERGIO PEREZ

Clásico
03/24/2014

Messi-Show lässt Barça hoffen

Der Titelverteidiger ist nach dem 4:3 in Madrid wieder im Rennen. Ronaldo wittert Verschwörung.

Spaniens Fußball-Liga erlebt dank Lionel Messi ein seit Jahren nicht mehr gekanntes Finale. Mit einem 4:3-Erfolg im unterhaltsamen Prestigeduell mit Real Madrid wahrte der FC Barcelona am Sonntag seine Chance auf die Titelverteidigung. Ein Zähler trennt die beiden Erzrivalen bei neun ausständigen Runden. An der Tabellenspitze thront punktegleich mit Real aber vorerst Atletico Madrid.

Messi stahl im wieder einmal aufgebauschten Superstar-Vergleich mit Cristiano Ronaldo dem Weltfußballer erneut die Show. Der Argentinier traf im Bernabeu-Stadion zunächst zum 2:2-Ausgleich (42.) und sicherte Barcelona mit zwei verwandelten Elfmetern (65., 84.) schlussendlich die drei Zähler. Ronaldo konnte per Elfer zum 3:2 (55.) nur einmal entscheidend auf sich aufmerksam machen.

Fehler nicht erlaubt

"Das war ein enorm wichtiger Sieg für uns. Diese Mannschaft ist in großen Spielen immer da", meinte Messi nach getaner Arbeit. Dem 26-Jährigen war aber auch bewusst, dass Selbstzufriedenheit nun fehl am Platz wäre. "Wir müssen das jetzt schnell vergessen und in die Zukunft schauen. Es sind nur noch wenige Spiele ausständig und wir dürfen uns keine Fehler mehr erlauben."

Dass er dank seines Triple-Packs im 257. Duell der spanischen Fußball-Giganten bei nun insgesamt 21 "Clásico"-Treffern Real-Legende Alfredo di Stefano (18) endgültig hinter sich ließ, war Messi nach außen hin unwichtig. Hinter Bilbao-Allzeitgröße Telmo Zarra (251) ist er in der "ewigen" Torschützenliste in Spaniens Liga mit nun 236 Toren auch die neue Nummer zwei. "Für mich persönlich läuft es ganz gut, aber die Leistung der Mannschaft ist wichtiger", betonte Messi unentwegt.

Verschwörungstheorie

Sein Konterpart Ronaldo war hingegen verstimmt. Wie seine Teamkollegen schoss sich der Portugiese auf Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco ein. Dieser tätigte in Minute 63 einen vorentscheidenden Pfiff. Der sonst im Schatten von Messi stehende Neymar kreuzte im Strafraum geschickt den Laufweg von Sergio Ramos und suchte damit die Berührung durch Reals Kapitän. Für Ramos endete dies mit Rot, Messi war vom Punkt zur Stelle.

In Überzahl erlangte Barcelona fortan Oberwasser. Dani Alves traf die Stange, ehe der dritte Elfmeterpfiff des Tages das Spiel entschied. Andres Iniesta, der den Torreigen in der 7. Minute eröffnet hatte, wurde dabei von zwei Madrilenen in die Zange genommen.

Ronaldo witterte daraufhin sogar eine Verschwörung. "Real ist ein großen Klub, um den viel Neid herrscht. Einige Leute wollten nicht, dass wir gewinnen und Barcelona aus dem Titelrennen ist", meinte der Angreifer, ohne Namen zu nennen. Undiano habe "unglaubliche" Entscheidungen getroffen und sei einem Spiel dieser Tragweite nicht gewachsen gewesen, führte Ronaldo weiter aus. Tatsache war jedoch, dass auch seinem Elfertreffer eine Fehleinschätzung des Unparteiischen vorausging.

Reals Trainer Carlo Ancelotti wollte die Debatte nach der ersten Niederlage der Königlichen nach 31 Pflichtspielen - einem 1:2 in Barcelona - nicht zusätzlich anheizen. "Wir müssen diese Partie vergessen. Mittwoch wartet ein mögliches Schlüsselspiel auf uns", betonte der Italiener. Dann treten die Madrilenen beim Fünften FC Sevilla an. Barcelona spielt zu Hause gegen den Zwölften Celta de Vigo, Atletico ebenfalls daheim gegen den Elften Granada.

Der lachende Dritte

Atletico blieb am Sonntag mit einem unspektakulären 2:0 bei Schlusslicht Betis Sevilla dank Toren von Gabi (57.) und Diego Costa (63.) auf Kurs. Costa hält in "La Liga" nun drei Tore hinter Spitzenreiter Ronaldo bei 23 Saisontreffern. Für das Team von Diego Simeone steht in den kommenden Wochen beinahe Historisches auf dem Spiel: Seit Valencia 2004 konnte sich in Spanien kein anderer Verein außer Barcelona und Real über den Ligatitel freuen.

Direkte Duelle

Bei Punktegleichstand wurde zuletzt 2006/07 eine Meisterschaft entschieden. Damals setzte sich Real dank der ausschlaggebenden besseren Bilanz in den direkten Duellen mit Barcelona durch. Heuer droht Real diesbezüglich das Nachsehen. Gegen Atletico (0:1, 2:2) liegt der Rekordmeister ebenso im Hintertreffen wie gegen Barcelona (1:2, 3:4). Trotzdem könnte Real im Dreikampf am Ende der lachende Sieger sein. In der abschließenden 38. Runde steht im Camp Nou der Schlager zwischen Barcelona und Atletico auf dem Programm. Der erste Saisonvergleich zwischen den beiden Teams endete 0:0.

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