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25.05.2018

Champions League: Österreichs finaler Beitrag

Von Mane über Kovacic bis Plautz: Auf der Suche nach rot-weiß-roten Spuren beim morgigen Endspiel Real – Liverpool

Am Samstagabend steigt in Kiew das große Spiel, Österreichs Fußball ist beim Finale der Champions League zwischen Real Madrid und Liverpool nicht vertreten. Oder doch? Eine Spurensuche.

Sadio Mané wuchs im Senegal auf, ging mit 18 nach Frankreich zu Metz, wo er knapp vor dem 20. Geburtstag das Debüt in der Kampfmannschaft der zweitklassigen Franzosen gab. Im Sommer 2012 holte ihn Red Bull Salzburg um vier Millionen Euro. Etwas mehr als zwei Jahre verzückte er die Fans, kostete den Trainern viele Nerven und überwarf sich schließlich mit dem Klub. Vor dem Spiel zum Play-off zur Champions League am 27. August 2014 gegen Malmö entfernte sich Mané vom Training und blieb darauffolgenden Terminen fern, er wurde aus dem Kader gestrichen. Danach ging es schnell, der Senegalese wechselte um 15 Millionen Euro zu Southampton.

Am 28. Juni 2016 verpflichtete der morgige Finalist Liverpool den Flügelstürmer. Von der Ablöse (40 Millionen Euro) standen Salzburg 20% Beteiligung zu, also nochmals acht Millionen.

Vielleicht kommt es gar zu einem österreichischen Nostalgie-Duell. Bei Real Madrid spielt Mateo Kovacic, der in Linz geboren wurde. Der 24-Jährige war im Nachwuchs beim LASK, ging 2007 in die Heimat seiner Eltern zu Dinamo Zagreb. Bei den letzten beiden Endspielen wurde der Kroate aber nicht von Trainer Zidane eingesetzt.

Mané ist 26 (damit zwei Jahre älter als Kovacic). Der elegante Kicker aus dem Senegal bringt wieder einmal einen Hauch Österreich in ein Endspiel der Champions League. Zuletzt war das 2013 der Fall: David Alaba gewann mit Bayern München durch ein 2:1 gegen Dortmund die Eliteliga. Als erster Österreicher, der auch aktiv am Sieg daran beteiligt war.

Ein Jahr davor saß der Linksverteidiger gesperrt auf der Tribüne, als die Bayern ihr „Finale dahoam“ in München gegen Chelsea verloren.

Zwei Jahre davor war es Marko Arnautovic ähnlich ergangen. Inter Mailand holte den Titel 2010 durch ein 2:0 gegen Bayern. Der Österreicher spielte im ganzen Bewerb keine Minute, saß beim Finale auf der Tribüne.

Davor waren Österreich-Beiträge lange out gewesen. 2001 gewann Bayern das Finale gegen Valencia im Elfmeterschießen – mit dem Ex-Rapidler Carsten Jancker. Zwei Jahre davor war der Deutsche bei der legendären 1:2-Niederlage gegen Manchester United dabei.

Zuschauer Feiersinger

Noch einmal zwei Jahre davor verhinderte Ottmar Hitzfeld die Premiere eines Österreichers in einem Finale, indem der Coach Wolfgang

Feiersinger (davor in sieben Spielen dabei) auf die Tribüne setzte. Dortmund schlug Juventus Turin 3:1.

Geleitet hat noch kein Österreicher ein Endspiel.

Konrad Plautz kam am weitesten – zwei Mal ins Halbfinale. 1995 war Österreich dafür dick drin im finalen Taumel. Es war das erste und letzte Mal, dass ein Finale der Champions League im Ernst-Happel-Stadion statt fand (Ajax schlug Milan 1:0). Im Europacup der Landesmeister war der Prater 1964, 1987 und 1990 Gastgeber.

Das Finale der Champions League der Frauen wird im Jahr 2020 ebenfalls in Wien stattfinden – allerdings in der neuen Generali Arena der Austria.