Nach dem 6:1 gab es für die stolzen Katalanen kein Halten mehr.

© REUTERS/Albert Gea

Champions League
03/09/2017

Historische Fußball-Nacht in Barcelona - "Wie ein Horrorfilm"

Spanien feiert die größte „Remuntada“ (Aufholjagd) der Geschichte. Gerard Pique prophezeit einen Baby-Boom.

6:1 nach 0:4! Mit drei Toren in den letzten sieben Minuten hat der FC Barcelona das Fußball-Wunder geschafft und erstmals in der Champions-League-Geschichte einen Vier-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel im Rückspiel noch aufgeholt. Auch hatten es zuvor nur drei Mannschaften geschafft, einen Vier-Tore-Rückstand aufzuholen.

Erzrivale Real Madrid schaffte 1985/86 im UEFA-Cup (3. Runde) mit einem 4:0-Heimsieg gegen Mönchengladbach die Wende, nachdem die Spanier das Hinspiel mit 1:5 verloren hatten. Außerdem kam Leixoes aus Portugal im Europacup der Cupsieger 1961 gegen FC La Chaux-de-Fonds nach einem 2:6 in der Schweiz durch einen 5:0-Heimsieg weiter. Partizan Belgrad besiegte die Queens Park Rangers in der Saison 1984/85 in der zweiten Runde des UEFA-Cups nach einem 2:6 im Hinspiel zu Hause noch mit 4:0.

In der 1992 eingeführten Champions League hatte bisher Deportivo La Coruna das größte Comeback in einem Rückspiel gefeiert. Die Spanier besiegten 2004 nach einem 1:4 im Hinspiel den damals von Carlo Ancelotti trainierten AC Milan im eigenen Stadion mit 4:0 und zogen doch noch in das Halbfinale ein.

Respekt

Sogar die Konkurrenz, wie etwa Bayern-Star Franck Ribéry, zollte den Katalanen Respekt: „Was für ein unglaubliches Spiel. Chapeau Barca, nicht schlecht!“

Nach der magischen Nacht im Camp Nou sagte Barca-Trainer Luis Enrique, der den Klub zum Saisonende verlässt: „Wir haben immer an uns geglaubt. Das Team war spektakulär. Wir wurden am Ende belohnt.“ Er meinte: „Mit Worten ist es schwer zu erklären, es war wie ein Horrorfilm.“

Verteidiger Samuel Umtiti stellte erstaunt fest: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Wenn wir so spielen sind wir sehr stark.“ Klub-Präsident Josep Maria Bartomeu jubelte: „Das ist eine historische Leistung, die für immer in Erinnerung bleiben wird.“

„Die Krankenhäuser sollten in den nächsten neun Monaten mehr Hebammen einstellen, denn heute Nacht wird es viel Liebe geben“, kündigte Abwehrchef Gerard Piqué nach dem Schlusspfiff einen Baby-Boom an.

Stolz

Drei Wochen nach der 0:4-Packung bei Paris St. Germain stürzten die Katalanen die Franzosen ins Tal der Tränen. Unai Emery, der spanische Trainer der so bitter geschlagenen Pariser, klagte: „Wir haben alles in den letzten Minuten verloren.“

Der Held im Camp Nou hieß Sergi Roberto, der in der fünften Minute der Nachspielzeit entscheidend traf - er wurde von seinen Teamkollegen auf Schultern getragen. Sogar Tormann Marc-André ter Stegen hatte in der Nachspielzeit mit gestürmt. Luis Suárez (3.), Layvin Kurzawa (40./Eigentor), Argentiniens Superstar Lionel Messi (50./Foulelfmeter) sowie der Brasilianer Neymar (88./90+1/Foulelfmeter) erzielten die weiteren Barça-Treffer. Edinson Cavani (62.) hatte mit dem Auswärtstor für die Pariser zum 1:3 zunächst für Ernüchterung bei den Gastgebern gesorgt.

Der eingewechselte Arda Turan twitterte nach der Fußball-Sensation: „Du nennst es Fußballmannschaft, wir nennen es Barça. Du nennst es Wunder, wir nennen es normal.“ Der Kroate Ivan Rakitic meinte: „Diese Nacht vergesse ich nie. Ich bin stolz auf dieses Team.“

Heroische Aufholjagden in der Welt des Sports:

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