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04/16/2019

Champions League: Ajax sorgt für die nächste Sensation

Die Niederländer stehen nach einem 2:1-Sieg in Turin im Halbfinale. Barcelona lässt Manchester United keine Chance.

Ajax Amsterdam hat in der Champions League für die nächste Sensation gesorgt. Nach Titelverteidiger Real Madrid im Achtel-, eliminierten die Niederländer im Viertelfinale mit Juventus einen der großen Mitfavoriten auf den Gewinn des begehrten Titels in der Königsklasse. Ajax gewann das Rückspiel in Turin 2:1 und steht nach dem 1:1 in Amsterdam im Halbfinale

Unter den besten vier Teams steht auch der FC Barcelona, der auch das zweite Duell mit Manchester United für sich entschied. Einem 1:0-Erfolg im Hinspiel in England ließen die Katalanen ein überzeugendes 3:0 im Camp Nou folgen. Während Ajax erstmals seit 1997 in der Vorschlussrunde der Königsklasse steht, schaffte Barca nach vier Jahren Pause wieder den Sprung dorthin.

Start nach Maß

Für Juventus begann der Abend eigentlich nach Maß. Die Turiner begannen dominant, Ajax hielt dagegen. Nach 20 Minuten kamen die Niederländer erstmals vehementer vor das Juve-Gehäuse. Die Turiner schlugen dann aus einer Standardsituation zu. Ronaldo war nach einem Eckball per Kopf zur Stelle, wobei der Angreifer leichtes Spiel hatte. Ajax sah ein Foulvergehen, das VAR-Studium offenbarte aber, dass De Ligt den eigenen Mitspieler Joel Veltman umstieß. Ronaldo traf damit zum fünften Mal in Folge für Juve in der Champions League.

Die Freude des Turiner Publikums währte nur kurz. Ajax, das bereits Titelverteidiger Real Madrid dank eines Auswärtserfolgs eliminiert hatte, schlug sechs Minuten später zurück, Donny van de Beek (34.) reagierte nach einem Schussversuch eines Teamkollegen am schnellsten und verwertete sicher. Die Mannschaft von Trainer Erik ten Hag war wieder im Spiel.

De Ligt sei Dank

Juve-Trainer Massimiliano Allegri brachte mit Jungstar Moise Kean für Paulo Dybala nach der Pause seinen zuletzt treffsichersten Akteur. Ajax war jedoch viel gefährlicher. Hakim Ziyech und Van de Beek scheiterten bei ihren Abschlüssen am Polen Wojciech Szczesny im Juve-Tor, Miralem Pjanic rettete vor dem einschussbereiten Ziyech. Dass der starke Auftritt der Niederländer in der zweiten Spielhälfte nicht unbelohnt blieb, war De Ligt zu verdanken. Der von Großklubs umworbene 19-Jährige setzte sich nach einem Eckball vehement durch und traf per Kopf.

Juve war nun auf zwei Treffer angewiesen, Ronaldo und Co. versuchten auch, zumindest einmal den Ausgleich zu erzwingen. Die Alte Dame biss sich an der Defensive der Gäste aber die Zähne aus. Bei einer Elfmeter-Reklamation in den Schlussminuten entschied der Referee nach einem Handspiel von Danny Blind im Strafraum auf keinen Strafstoß. Ronaldo blieb in der zweiten Spielhälfte wirkungslos.

Messi - wer sonst?

In Barcelona hätte sich das Spiel womöglich anders entwickelt, hätte Manchester einen fast perfekten Start genutzt. Marcus Rashford zog nach Pass von Paul Pogba nach einer halben Minute Spielzeit Richtung Barca-Tor. Marc-Andre ter Stegen ließ den Ball passieren, der streifte die Lattenoberkante. Insgesamt bereiteten die Engländer den Hausherren mit ihrem Forechecking Probleme. Barcelona begann abwartend, ehe Fred im Strafraum Ivan Rakitic am Fuß traf (11.). Der deutsche Referee Felix Brych entschied zunächst auf Elfmeter, revidierte seine Entscheidung aber überraschenderweise nach VAR-Analyse.

Barcelona haderte nicht, sondern schlug kurz darauf zu. Ashley Young vertändelte den Ball an Messi, der zur Mitte zog und mit links ins lange Eck abschloss. Der Argentinier beendete damit eine persönliche Durststrecke. Zwölf Viertelfinalspiel in der Champions League hatte der 31-Jährige davor ohne Tor beendet. Auf den Geschmack gekommen, legte Messi weiter nach. Das 2:0 fiel unter kräftiger Mithilfe von Spaniens Teamtorhüter David de Gea, dem Messis eigentlich zu schwach ausgefallener Abschluss aus 18 Metern unter dem Körper durchrutschte. Für "La Pulga" war es der zehnte Treffer im laufenden Bewerb, der 110. insgesamt in der Champions League.

Die Partie war entschieden, Barcelona auf Kurs. In der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte vergab Sergi Roberto noch die Chance auf das 3:0. Manchesters Trainer Ole Gunnar Solskjaer sah an der Seitenlinie, dass sich sein Team entscheidende Fehler leistete, um den Gegner fordern zu können. Der Norweger reagierte zur Pause nicht und sah, wie Messi nach dem Seitenwechsel fast den Hattrick geschnürt hätte.

Der dritte Treffer fiel für die nun zurückschraubenden Katalanen dennoch: Coutinho zirkelte den Ball nach einem Gegenstoß unter die Latte.
 

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Viertelfinal-Rückspiele:

FC Barcelona - Manchester United 3:0 (2:0)
Tore: Messi (16., 20.), Coutinho (61.)
Hinspiel 1:0, Barcelona mit Gesamtscore von 4:0 weiter.

Juventus Turin - Ajax Amsterdam 1:2 (1:1)
Tore: C. Ronaldo (28.) bzw. Van de Beek (34.), De Ligt (67.)
Hinspiel 1:1, Ajax mit Gesamtscore von 3:2 weiter.

Weiterer Spielplan:

Halbfinale (30. April/1. Mai und 7./8. Mai): Tottenham Hotspur/Manchester City - Ajax Amsterdam, FC Barcelona - Liverpool/FC Porto

Finale am 1. Juni im Estadio Metropolitano in Madrid