Casillas: "Können einiges verbessern"
Vicente Del Bosque war zufrieden. Nicht restlos, aber "relativ." Und das ist nach einem Auftaktspiel zu einem Turnier wie einer Europameisterschaft gar nicht einmal so selbstverständlich. Wer erinnert sich nicht an Spaniens Fehlstart in die vergangene Weltmeisterschaft in Südafrika? Damals gab es ein 0:1 gegen die Schweiz.
Zumindest das wusste das beste Fußballnationalteam der Welt diesmal zu vermeiden. Und obwohl der Europameister nicht standesgemäß, weil eben auch nicht siegreich, in das Turnier startete, waren im Danziger Stadion kaum enttäuschte spanische Gesichter auszumachen.
Lob
Weder bei den Fans, noch bei den Spielern. "Italien hat eine große Qualität", rechtfertigte sich Andres Iniesta nach dem 1:1, "das war ein schweres Spiel gegen unseren schwersten Gruppengegner."
Und phasenweise war da in Danzig schon wieder das allseits bekannte und so beliebte spanische Angriffswirbelspiel zu beobachten. Mit vielen Ballkontakten und jeder Menge Einfallsreichtum. Dass sich die Spanier mit einem Remis begnügen mussten, hatten sie sich aber auch selbst zuzuschreiben.
Vorne wurden speziell nach der Pause Chancen teilweise leichtfertig verjuxt – dabei zeichnete sich vor allem Joker Fernando Torres aus – und hinten leistete sich die spanische Defensive einige Aussetzer. Auch deshalb war Del Bosque mit dem Ergebnis nur "relativ zufrieden. Weil es ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten war".
Abgekämpft, aber überglücklich klatschten sich die Spieler dann nach dem hochklassigen Remis auch ab und umarmten sich herzlich. Spaniens Kronprinz Felipe schlug sich begeistert auf die Schenkel, Italiens 86 Jahre alter Staatspräsident Giorgio Napolitano eilte in die Kabine, um seinen Azzurri herzlichst zu gratulieren.
Tadel
Die Spanier wissen aber, dass es noch besser geht. "Wir konnten unsere Philosophie nicht wie gewohnt umsetzen", räumte Sergio Ramos ein. "Wir können noch einiges verbessern, vor allem in puncto Ballbesitz und Torabschluss", meinte Kapitän Iker Casillas. Für Iniesta sind die Spanier jedenfalls im Soll. "Das Ergebnis ist nicht schlecht, mit zwei Siegen können wir noch immer Gruppensieger werden", erklärte er und verwies auf die couragierte Leistung nach dem 0:1-Rückstand. "Wir haben Charakter gezeigt."
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