Mario Sonnleitner bejubelt seinen Treffer zum 2:1.

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Bundesliga
10/05/2014

Rapid gewinnt nach Rückstand

Die Hütteldorfer schlagen Ried mit 2:1, Beric und Sonnleitner treffen.

von Alexander Huber

Rapid gewinnt auch das vierte Spiel in Folge gegen Ried und verteidigt damit vor der Länderspielpause den dritten Platz. Erstmals in dieser Saison wurde ein Spiel nach Rückstand noch gedreht.

Rapid war mit viel mehr Wucht und körperlicher Präsenz als gegen Salzburg gestartet. So gewann etwa der schmächtige Kainz seine ersten drei Kopfball-Duelle. Als Schaub auf Hofmann flankte, lag die Führung in der Luft. Doch der Kapitän fabrizierte aus fünf Metern einen Lattenpendler (8.).

Ried hatte weiter Probleme mit dem Spielaufbau, die aggressiven Rapidler fingen viele Pässe ab. Während die mitgereisten Rapid-Fans die Stimmhoheit hatten, murrte das Rieder Publikum unüberhörbar. Defensiv hatten die Wiener alles im Griff, offensiv fehlte aber die Präzision – wie bei einem Schuss von Schwab (35.). Der Ex-Admiraner bildete nach der Erkrankung von Wydra mit Petsos das zentrale Mittelfeld.

Ried fand erst durch eine erzwungene Umstellung ins flotte, aber auch fehlerhafte Spiel. Für den angeschlagenen Trauner kam nach 38 Minuten der flinke Möschl. Der Joker gab nach 41 Minuten den ersten Rieder Schuss ab und holte mit der letzten Aktion vor der Pause gegen Schwab einen Freistoß heraus.

Schwab beschwerte sich bei Schiedsrichter Markus Hameter umgehend. Wohl weil er wusste, dass Ried nicht nur am öftesten aus der Distanz schießt, sondern, dass sich mit Oliver Kragl auch ein Spezialist den Ball zurecht legt. Und tatsächlich, der Deutsche traf aus rund 25 Metern ins Eck zum 1:0. Rapid-Tormann Novota fiel dabei wie ein Bahnschranken, also viel zu langsam um.

Schnelle Wende

In der zweiten Hälfte war Rapid erneut überlegen – und drehte die Partie innerhalb von nur sieben Minuten. Zwei Mal war Hofmann zum Eckball angetreten, beide Male vergaß die Rieder Defensive wie ein Hobby-Team auf Dibon. In der 52. Minute lenkte Robert Beric dessen Kopfball noch mit der Brust zum 1:1 ab. In der 59. Minute drückte Mario Sonnleitner den Kopfball des Verteidiger-Kollegen am langen Eck noch zum 2:1 ins Tor.

Die Chance auf die Vorentscheidung vergab Kainz, der knapp verfehlte (63.). Zu Beginn der Rapid-Viertelstunde – in der die Hütteldorfer mit schon sechs Gegentoren das Ligaschlusslicht abgeben – vertändelte Joker Schobesberger den Ball und Ried kombinierte zur ersten Chance aus dem Spiel: Novota hielt Möschls Schuss bravourös.

In der 87. Minute zeichnete sich der Slowake noch einmal aus und drehte einen Freistoß von Murg über die Latte. Gewonnen war das Spiel für die Gäste aber erst, als Schiedsrichter Hameter in der Nachspielzeit bei einem Zweikampf von Schrammel mit Lainer auf den Elfmeterpfiff verzichtete.
Ried wartet damit auch nach 40 Spielen auf zwei Ligasiege in Folge und steckt im Tabellenkeller fest.

Ergebnis und Tabelle

SV Ried - SK Rapid Wien 1:2 (1:0)

Ried, Keine Sorgen Arena, 5.200, SR Hameter


Torfolge: 1:0 (45.+1) Kragl (Freistoß)
1:1 (52.) Beric
1:2 (59.) Sonnleitner

Ried: Gebauer - Lainer, Janeczek, Pichler, Kragl (55. Burghuber) - Trauner (38. Möschl) - Walch (78. Perstaller), Elsneg, Streker, Murg - Thomalla

Rapid: Novota - Pavelic, Sonnleitner, Dibon, Schrammel - Petsos, Schwab - Schaub, S. Hofmann (82. Grahovac), F. Kainz (72. Schobesberger) - Beric (92. Prosenik)

Gelbe Karten: Janeczek, Lainer bzw. Beric, Petsos, F. Kainz

Tabelle

Glasner: "Eine Gemeinheit, diesen Elfmeter nicht zu pfeifen"

Oliver Glasner (Ried-Trainer): "Eine sehr bittere Niederlage, vor allem, weil sie durch zwei Eckbälle passiert ist. Wir haben gewusst, dass das eine Stärke von Rapid ist. Da waren wir unaufmerksam." Zum nicht gegebenen Elfmeter: "Das war ein ganz klarer Elfer, da kann es keine zwei Meinungen geben. Wenn ich das jetzt sehe, bin ich richtig sauer. Eine Gemeinheit, diesen Elfmeter nicht zu pfeifen. Der Freistoß zu unserem 1:0 war vielleicht ein bisschen strittig, aber der Elfer war ganz klar. Wir haben in der Defensive ganz wenig zugelassen, es war wieder ein Schritt nach vorne."

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): "Wir haben die Standardsituationen immer wieder trainiert, das war letztes Jahr unsere Stärke. In dieser Saison noch nicht so oft, heute hat's funktioniert. Insgesamt haben wir verdient gewonnen, weil wir mehr Aufwand betrieben haben. Was mir nicht so gefallen hat: Nach dem 2:1 haben wir einige Konterchancen liegen lassen, da hätten wir effizienter spielen müssen, um das Match vorzeitig zu entscheiden." Zum nicht gegebenen Elfmeter: "Ich kommentiere grundsätzliche keine Schiedsrichter-Entscheidungen in der Öffentlichkeit. Ich bin auch nicht immer sehr zufrieden, aber wir müssen es einfach hinnehmen."

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