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28.05.2018

Bundesliga im Wandel - Salzburg wartet, die Austria baut um

Bei Salzburg herrscht noch die Ruhe vor dem Sturm, bei der Austria, der Admira und dem WAC ist bald alles neu.

Nach dem Ende der Saison 2017/18 brüten Österreichs Fußball-Bundesligisten bereits fieberhaft über den personellen Erfolgsformeln für die nächste Zukunft. Der bedeutendste Umbruch kündigt sich nach einem völlig verkorksten Jahr bei der Wiener Austria an, die Lage bei Meister Salzburg ist am Tag nach der 36. und finalen Runde zumindest spannend.

Noch immer ist es nicht völlig fix, dass der so erfolgreiche Marco Rose den "Bullen" als Trainer erhalten bleibt. "Wir sind in sehr guten Gesprächen, werden vielleicht in den nächsten Tagen schon etwas präsentieren", erklärte Rose nach dem 0:4 bei der Austria am Sonntag. Dazu kommen die Dauergerüchte um mehrere Stammspieler. Dass Amadou Haidara bei Leipzig im Sommer auf den zu Liverpool abgewanderten Naby Keita folgt, ist laut "Bild" ausgemachte Sache. Auch die Namen von Stürmer Hwang Hee-chan (Dortmund), der Mittelfeldakteure Valon Berisha (Liverpool) und Diadie Samassekou (Frankreich), Innenverteidiger Duje Caleta-Car (Spartak Moskau) und Torschützenkönig Munas Dabbur fallen in diesem Zusammenhang ständig.

Entspannter kann wohl Günter Kreissl, Sportdirektor von Vizemeister und Champions-League-Quali-Starter Sturm Graz den nächsten Wochen entgegenblicken. Stützen wie Peter Zulj (Zulj: "Außer Millionenangebot kommt"), Stefan Hierländer und Dario Maresic konnten verlängert, die Defensivleute Anastasios Avlonitis (Panathinaikos) und Markus Lackner ( Admira) geholt werden. So soll auch der umstrittene ablösefreie Transfer von James Jeggo zur Austria kompensiert werden. Zu violett zieht es angeblich zudem Stürmer Bright Edomwonyi, dessen Leihe mit Rizespor endet, sowie Innenverteidiger Christian Schoissengeyr.

Fix weg ist Marvin Potzmann, der zu Rapid wechselte. Grün-Weiß, das in der Europa-League-Quali vertreten ist, reagierte damit auf den Abgang von Rechtsverteidiger Mario Pavelic (HNK Rijeka). Letzterer ist einer von bisher sechs Abgängen, auch Offensivmann Louis Schaub (Köln), Stürmer Joelinton (Leihende mit Hoffenheim), Altmeister Steffen Hofmann (Karriereende), Thanos Petsos (Leiheende mit Werder Bremen) und Andreas Kuen (unbekannt) sind weg. Dass auch Kapitän Stefan Schwab - er wird mit Italien in Verbindung gebracht - abhanden kommen könnte, glaubte Sportdirektor Fredy Bickel nicht. "Ich habe nicht groß Angst", meinte der Schweizer am Sonntag gegenüber Sky.

Auch Trainer Goran Djuricin, der mit dem Serben Andrija Pavlovic (FC Kopenhagen) einen neuen Stürmer bekommt, rechnet mit keinen großen Veränderungen mehr: "Zurzeit schaut es so aus, als würden wir den Rest so behalten, wie er da ist." Möglicherweise kommt mit Nikola Dovedan noch ein offensiver Mittelfeldmann als Schaub-Ersatz. Der deutsche Zweitligist Heidenheim, aktueller Club des Niederösterreichers, jedenfalls bestätigte vor einigen Tagen entsprechendes Interesse aus Hütteldorf.

Der LASK kann bei seiner Europacuprückkehr nach 19 Jahren zwar nicht auf viel internationale Erfahrung setzen, dafür auf ein homogenes Team, dass im Großen und Ganzen erhalten bleibt. Lediglich Stürmer Rene Gartler, dessen Vertrag ausläuft, ist sicher weg. Fix geholt hat man Admira-Innenverteidiger Markus Wostry, Erfolgstrainer Oliver Glasner kündigte nach der vorletzten Runde zudem weitere Neuverpflichtungen an. Florian Jamnig von Aufsteiger Wacker Innsbruck soll einer davon sein.

Spannender dürfte der Sommer bei der Admira werden. Maximilian Sax (Austria), Lackner (Sturm), Wostry (LASK), Philipp Posch und Marcel Holzmann verlassen die Südstädter, Thomas Ebner (Austria) könnte bald folgen. Trainer Ernst Baumeister wird wohl einen gröberen Umbruch moderieren. Außer dem 18-jährigen dänischen Nachwuchsteam-Mittelfeldmann Morten Hjulmand und Verteidiger Robert Bauer von Regionalligist Ebreichsdorf sind bisher keine externen Zugänge bekannt. Die Niederösterreicher, die so wie der LASK in der zweiten Runde der Europa-League-Quali einsteigen, sind übrigens doppelt international vertreten: Die U18 sicherte sich die heimische Meisterschaft und tritt damit in der UEFA Youth League in die Fußstapfen von Salzburgs Jungbullen.

Recht überschaubar stellt sich die Lage am Trainersektor dar, lediglich bei den Nachzüglern Altach und dem WAC werden die "Dirigenten" ausgetauscht. Im "Ländle" ist für Klaus Schmidt nach einem enttäuschenden Jahr und Rang acht Schluss, der Steirer erreichte das gesteckte Ziel nicht. Sein trockenes Fazit: "Ich werde keine Klausel mit einer Platzierung mehr unterschreiben." Als Kandidat auf seine Nachfolge gilt der aktuelle "Co" Werner Grabherr. Er würde ein recht ähnliches Team übernehmen, dem von den großen Stützen lediglich Mittelfeldmann Patrick Salomon abhanden kommt.

Beim WAC muss Interimscoach Robert Ibertsberger seinen Platz für Hartbergs Erfolgstrainer Christian Ilzer räumen. Eine Maßnahme, die dem scheidenden Mittelfeldspieler Daniel Offenbacher "unerklärlich" ist: "Da muss sich der Verein hinterfragen." So oder so dürfte der Wechsel an der Spitze auch am Spielersektor mit dem größten Umbruch in der Liga einhergehen. 18 Verträge laufen aus, medial wurde gar die Möglichkeit von 15 Neuen im Lavanttal kolportiert. Präsident Dietmar Riegler nannte am Sonntag zumindest drei Namen, die allesamt Ilzer aus Hartberg mitbringen könnte: "(Stefan) Gölles, (Manfred) Gollner und (Sven) Sprangler sind Kandidaten, die unter Umständen bei uns sein könnten."