Bundesliga: Geheime und andere Favoriten

Zwei Fußballspieler kämpfen um den Ball während eines Spiels.
Hinter den drei Titelanwärtern lauern Sturm, Ried und die Admira in der Rolle der Herausforderer.

So überraschend wie der tägliche Sonnenaufgang war das Ergebnis einer Umfrage der Austria Presse-Agentur (APA) nach dem Favoriten in der Bundesliga-Saison 2012/13. Für Red Bull Salzburg entschieden sich zehn von zehn Bundesliga-Trainern. In den erweiterten Kreis der Titelkandidaten drängen wie üblich noch Rapid und die Wiener Austria – bereits abgehandelt im ersten Teil einer KURIER-Analyse zum Meisterschaftsstart am kommenden Samstag.

Aber wer darf sich Geheimfavorit nennen? Wer schlüpft in die Rolle des Herausforderers, wer erhebt berechtigte Ansprüche auf einen Platz in einem internationalem Bewerb? Die heißesten Kandidaten dafür: Sturm Graz, Ried und die Admira, Sensationsaufsteiger des Vorjahres. Immerhin stehen zwei Qualifikationsplätze für die Champions League, drei für die Europa League (einer davon für den Cupsieger) auf dem Spiel.

Insgesamt fünf Chancen auf einen Europacup-Starplatz, wobei Trainer Dietmar Kühbauer das Tiefstapeln zur Meisterschaft erhoben hat: "Unser erstes Ziel ist der Klassenerhalt." Rieds neuer Coach Heinz Fuchsbichler – in der ersten Runde Kühbauers Gegner – bleibt ebenfalls vorsichtig, spricht von einer "dünnen Personaldecke", bei der fast "alles möglich" ist. Und sein Grazer Kollege Peter Hyballa will einmal "abwarten", was so auf Sturm zukommt. Auf ihn wartet zum Auftakt Salzburg.

Sturm Graz - Alles neu nach dem Rückfall

Eine schematische Darstellung der Aufstellung Sturm (4-4-2 Raute) mit Trainer Hyballa.

Der neue Sportdirektor Paul Gludovatz ist aus gesundheitlichen Gründen Vergangenheit, der neue Coach Peter Hyballa jedoch Gegenwart. Der erst 36-jährige Deutsche erwartet sich "attraktiven und offensiven und natürlich auch erfolgreichen Fußball". Ziel ist ein internationaler Startplatz.

Stärken Den Abgang von Verteidiger Burgstaller hat man mit Madl (Wr. Neustadt) mehr als nur kompensiert, für den Sturm holte man mit Sukuta-Pasu (Kaiserslautern) und Ciftci zwei weitere Alternativen zu Okotie und Szabics. Neu ist das offensive System mit einer Raute im Mittelfeld, die Bodul als Spielmacher abschließt. Im Zentrum kann auf die Routine des neuen Kapitäns Weber und vor allem von Säumel zurückgegriffen werden. Hyballa hat (zumindest vorerst) neues Feuer entfacht.

Schwächen Der Systemwechsel braucht Zeit, in der Vorbereitung gab es durch das weite Aufrücken viele Gegentore aus Kontern. Routiniers wie Dudic, Feldhofer oder Wolf sind das Zuschauen nicht gewöhnt. Finanziell sind Sturm die Hände gebunden, zudem herrschte Unruhe nach dem Abgang von Trainer Foda und der Installation von Gludovatz. Ob Ruhe einkehrt, hängt vom Erfolg ab.

KURIER-Tipp: Platz 4

SV Ried - Umbau mit österreichischer Klasse

Eine schematische Darstellung der Fußballaufstellung von Ried (3-3-3-1) mit Trainer Fuchsbichler.

Wieder einmal konnte Ried mit der Europacup-Qualifikation positiv überraschen und wieder einmal musste danach das Team umgebaut werden. Mit Manager Reiter und Co-Trainer Schweitzer sind die tragenden Säulen aber erhalten geblieben.

Stärken Noch immer tut sich die Konkurrenz mit dem kompakten 3-3-3-1-System der Innviertler schwer, weitere Varianten wurden eingeübt. Schlüsselspieler wie Reifeltshammer, Hadzic und Meilinger sind weiter gereift. Eingekauft wurde nicht mehr in Spanien, sondern ausgewählte österreichische Qualität. Mit Walch, Gartler, Schicker und Reiter stellen gleich vier Neue Verstärkungen dar. In der Offensive bieten Könner wie Nacho, Carril und Guillem Alternativen wie noch nie in Ried. Auch bei einem Durchhänger würde der stetig gewachsene Klub Ruhe bewahren.

Schwächen Der Underdog-Faktor ist weg, die Gegner passen besser auf, nicht mehr in die Rieder Konter zu laufen. Der neue Trainer Heinz Fuchsbichler muss sich erst beweisen und seinen Platz neben Schweitzer suchen. Hadzic spekuliert mit einem Transfer. Die Fehlerquote von Tormann Gebauer war vergangene Saison unerwartet hoch. In der Verteidigung gibt es derzeit keine fitte Alternative.

KURIER-Tipp: Platz 5

Admira - Das zweite Jahr ist das schwierige

Eine schematische Darstellung der Aufstellung (4-4-1-1) der Admira mit Trainer Köstlbauer (seit 2010).

Mit Platz drei war die Admira in der vergangenen Saison die große Sensation und der beste Aufsteiger der Liga-Geschichte. Dass dieses Bravourstück sich wohl nicht wiederholen lässt, das wissen auch die Verantwortlichen in der Südstadt. Ein Platz im gesicherten Mittelfeld sollte sich aber schon ausgehen.

Stärken Die Admira konnte alle Stammspieler halten, der zu Salzburg abgewanderte Kapitän Dibon wurde ja wegen eines Wadenbeinbruchs schon seit Ende Februar erfolgreich ersetzt. Trainer Kühbauer hat einen Kader zusammengestellt, in dem die Mischung zwischen Jung und Alt stimmt, auch die Chemie ist ausgezeichnet. Viele Spieler haben sich letzte Saison extrem weiterentwickelt. Die Admira wird sich auch in dieser Saison viele Chancen herausspielen. Praktisch alle Feldspieler können Tore erzielen.

Schwächen Tormann Tischler hat sich im Frühjahr zwar weiterentwickelt, ist aber jederzeit für Fehler gut. Viele Spieler sind extrem verletzungsanfällig. Das Überraschungsmoment aus der Vorsaison fällt weg. Die Stürmer Hosiner, Ouedraogo und Benjamin Sulimani benötigten in der Vorsaison sehr viele Chancen für ihre Tore.

KURIER-Tipp: Platz 6

Europacup: Abflug für Admira und Ried

Europa League, Qualifikation
2. Runde, Hinspiele Donnerstag, 19. Juli
18.30 Uhr: Schachtjor Soligorsk (Weißrussland) – Ried
19.30 Uhr: Schalgiris Vilnius (Litauen) – Admira Wacker
Letzte News: Bei Admira fliegen alle Kaderspieler mit. Auch Palla, der sich gegen Parndorf verletzt hat, und der rekonvaleszente Auer. Für links hinten ist nur noch Schrott einsatzfähig.

Bundesliga-Saison 2012/’13 Die 1. Runde
Samstag, 21. Juli
16 Uhr:

Sturm – Salzburg (live auf Sky unverschlüsselt, KURIER-Ticker).
18.30 Uhr:

Rapid – Wacker Innsbruck, WAC – Austria, Mattersburg – Wr. Neustadt.
Sonntag, 22. Juli 16 Uhr:

Admira Wacker – Ried (live ORFeins).
Alle Spiele live auf Sky als Einzeloption und in Konferenz.

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