Sport | Fußball
22.07.2018

Bundesliga: Ein Neustart mit mehr als einem neuen Ball

Am Freitag startet die Bundesliga im neuen Format mit zwölf Mannschaften. Was sich dadurch ändert, was gleich bleibt.

Es ist eine Premiere: Dank der Rückkehr von Wacker Innsbruck nach vier Jahren Zweitklassigkeit sind erstmals seit Gründung der Bundesliga 1974 alle neun Bundesländer in der obersten österreichischen Spielklasse vertreten. Niederösterreich (Admira, St. Pölten), Wien (Austria, Rapid) und die Steiermark ( Hartberg, Sturm) stellen je zwei Vereine, das Burgenland (Mattersburg), Kärnten (WAC), Oberösterreich (LASK), Salzburg (FC Salzburg), Tirol (Wacker Innsbruck) und Vorarlberg (Altach) je einen.

Was ist sonst noch alles neu in der 45. Bundesliga-Saison?

Die Ligagröße

Nach 25 Jahren hat die Zehnerliga ausgedient, übrigens zum zweiten Mal in der Bundesliga-Historie. Auch die ersten acht Saisonen waren mit zehn Klubs bestritten worden. Die oberste Spielklasse wurde auf zwölf Vereine aufgestockt. Eine Zwölferliga gab es in Österreich zuletzt in den Jahren 1985 bis 1993. Trotz Aufstockung gibt es weniger Runden: Statt wie bisher 36 sind es nur mehr 32. Zusätzlich gibt es aber noch Play-off- Spiele um einen europäischen Startplatz.

Der Grunddurchgang

Die zwölf Vereine treten zunächst in 22 Runden gegeneinander an. Jede Mannschaft spielt also je ein Mal zu Hause und auswärts gegen jede andere Mannschaft. Nach dem Grunddurchgang, der am 17. März 2019 beendet sein wird, kommen die besten sechs Klubs in die Meistergruppe und die restlichen sechs in die Qualifikationsgruppe. Die Punkte aus dem Grunddurchgang werden halbiert. Bei halben Punkten wird abgerundet. Sind zwei Klubs am Ende des Finaldurchgangs punktegleich und wurde bei einem dieser Klubs ein halber Punkt abgerundet, wird dieser vorgereiht. Ist dem nicht so, entscheidet bei Punktegleichheit wie auch schon früher die Tordifferenz über die Platzierung.

Die Meistergruppe

Sechs Vereine spielen im Frühjahr den Meistertitel und zwei weitere Europacup-Startplätze aus. Gestartet wird also mit halbierten Punkten. Es gibt zwei Durchgänge mit insgesamt zehn Runden, also hat jeder Verein fünf Heim- und fünf Auswärtsspiele. Der Meister steht spätestens nach der letzten Runde am 25. Mai fest.

Die Qualifikationsgruppe

Der Modus ist ident mit jenem der Meistergruppe. Der Tabellenletzte steigt in die neue 2. Liga ab und wird durch den Meister der neuen Sechzehnerliga ersetzt, sofern dieser die verschärften Lizenzregeln erfüllt. Der Sieger der Qualifikationsgruppe spielt in einem Play-off nach Saisonende gegen den Vierten und den Fünften der Meistergruppe um einen Startplatz in der Europa-League-Qualifikation.

Die Spieltermine

Die neue Saison wird am kommenden Freitag mit der Partie Austria gegen Wacker Innsbruck eröffnet. Es ist die einzige Bundesliga-Partie, die in diesem Jahr nicht an einem Wochenendtag ausgetragen wird. Die drei Partien am Samstag beginnen jeweils um 17 Uhr, die drei Sonntagsspiele werden in den Sommermonaten ebenfalls alle um 17 Uhr angepfiffen. Nach der ersten Länderspielpause starten dann zwei Partien schon um 14.30 Uhr, das letzte Spiel geht dann ab 17 Uhr über die Bühne.

Die TV-Übertragungen

Die Zeiten der Livespiele im öffentlich-rechtlichen Sender ORF sind wieder einmal vorbei. Der Pay-TV-Sender Sky zeigt hingegen weiter alle Spiele – in Konferenz und als Einzeloption. Das Saisoneröffnungspiel Austria – Wacker Innsbruck ist frei auf A1.TV zu sehen. Die Telekom-Tochter erwarb dazu die Übertragungsrechte für drei weitere Spiele: ein Wiener Derby im Grunddurchgang, das Eröffnungsspiel im Frühjahr sowie ein Spiel der Qualifikationsgruppe. Dazu werden die Play-off-Spiele frei empfangbar auf skysportaustria.at gezeigt. Hightlightsendungen gibt es auf Sky (Samstag und Sonntag ab 19 Uhr), im ORF (Samstag und Sonntag ab 19.30 Uhr) sowie bei oe24.TV (Sonntag ab 22 Uhr).

Die Europacup-Starter

Österreich hat weiterhin fünf Startplätze, wovon vier über die Liga vergeben werden. Neu ist, dass es erstmals zumindest zwei Fixplätze in der Gruppenphase gibt. Der Meister hat mindestens einen in der Europa League (EL) fix. Sollte der Gewinner der Champions League (CL) sich – wie immer seit 2012 – über die nationale Liga für die CL-Gruppenphase qualifizieren, dann ist Österreichs Meister sogar fix in der CL-Gruppenphase. Sollte sich auch der EL-Gewinner über seine Liga für die CL-Gruppenphase qualifizieren (wie dieses Jahr Atlético Madrid), dann wäre Österreichs Vizemeister zumindest fix in der EL-Gruppenphase. Dieser hat aber auch die Chance, über die Qualifikation in die CL-Gruppenphase zu kommen. Sogar Platz 3 könnte einen Fixplatz in der EL-Gruppenphase bringen, nämlich dann, wenn entweder Meister oder Vizemeister Cupsieger werden.

Der Debütant

Erstmals überhaupt ist die Oststeiermark in einer obersten Spielklasse vertreten: Der Turn- und Sportverein Hartberg ist offiziell der 37. Bundesligist. Der letzte "echte" Neuling war Grödig. Die Salzburger sind in ihrer Premierensaison 2013/’14 Dritter geworden. In allen 44 Bundesliga-Saisonen waren nur Austria und Rapid immer dabei.

Das Trainerkarussell

Neun der zwölf Erstligisten gehen mit jenem Trainer in die Saison, mit dem die alte beendet wurde. Bei Altach ist Videoanalyst Werner Grabherr zum Cheftrainer aufgestiegen. Die anderen beiden Neuen sind auch die einzigen Oberhaus-Debütanten: Christian Ilzer, der mit erst 40 schon 23 Jahre im Trainergeschäft ist, hat Hartberg verlassen und ist zum WAC gewechselt, wo er schon Co-Trainer war. Er ersetzt Interimscoach Robert Ibertsberger, der als Austria-Co-Trainer eine neue Aufgabe hat. Ilzers Nachfolger in Hartberg ist ebenfalls Steirer: Der 44-jährige Markus Schopp war zuletzt Co-Trainer von Didi Kühbauer in St. Pölten. Dessen neuer Assistent ist Manfred Nastl – wie einst auch schon beim WAC.

Der Ball

Der in der K.o.-Phase der WM in Russland eingesetzte „Telstar Mechta“ des deutschen Sportartikelherstellers adidas wird auch in der Bundesliga verwendet. Durch einen einheitlichen Fußball soll laut Liga die „Qualität und Fairness gesteigert werden“.