Sport | Fußball
01.05.2018

Bayern brauchen gegen Real "kühlen Kopf und heißes Herz"

Nach der Heimniederlage im Hinspiel stehen die Bayern in Madrid unter Zugzwang - es braucht ein kleines Fußballwunder.

Der FC Bayern München braucht für den Final-Einzug in der Fußball-Champions-League einen großen Halbfinal-Abend gegen Real Madrid. Man müsse einen heldenhaften Kampf liefern, um Erfolg zu haben, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Tag vor dem Rückspiel am Dienstag.

Nach dem 1:2 im Hinspiel vor einer Woche hat der deutsche Meister im Estadio Bernabeu praktisch ein Wunder zu vollbringen. "Wir müssen mit kühlem Kopf und heißem Herz da antreten", forderte Rummenigge. "Es geht wahrscheinlich nur mit Arbeit, Mut, Leidenschaft und viel Kampf, und ich hoffe, dass wir dann ein bisschen mehr Glück haben als am letzten Mittwoch."

Dazu beitragen kann aller Voraussicht nach auch wieder David Alaba. Der Wiener wurde am Montag im Gegensatz zu den verletzten Arjen Robben, Arturo Vidal, Jerome Boateng, Manuel Neuer und Kingsley Coman in den Kader nominiert. Alaba laborierte zuletzt an einer Nervenentzündung im Rückenbereich, die wiederum Oberschenkelschmerzen zur Folge hatte. Deswegen versäumte der Wiener auch am Mittwoch das erste Duell mit Real.

Verlängerung wie im Vorjahr?

Sein Club ist im Europacup nach einer Hinspiel-Niederlage im eigenen Stadion zweimal in die nächste Runde eingezogen. Die größte Wende gelang vor 30 Jahren im UEFA-Cup beim "Wunder von Mailand" - mit Jupp Heynckes auf der Trainerbank. Nach einem 0:2 in München gewannen die Bayern im Achtelfinale das Rückspiel gegen Inter in Mailand mit 3:1 und kamen aufgrund der Auswärtstorregel weiter.

Diesmal wäre für Rummenigge ein Resultat wie im Vorjahr, als die Münchner im Viertelfinale nach einem 1:2 zu Hause mit einem 2:1 in Madrid die Verlängerung erreichten, "ein Wunschergebnis". Und dann wolle man "diesmal aus der Verlängerung etwas besser herauskommen", sagte Rummenigge. Die Partie vor einem Jahr endete 2:4.

Dadurch setzte sich Bayerns "Spanien-Fluch" fort. Dem deutschen Rekord-Champion droht nämlich in der Champions League zum fünften Mal in Folge ein Aus gegen einen spanischen Vertreter, zum vierten Mal im Semifinale. Vor der aktuellen Negativserie trafen die Bayern 2012 und 2013 jeweils im Halbfinale auf spanische Topclubs - und kamen mit Heynckes weiter.

Kritik an Lewandowski "lächerlich"

Schon damals dabei war Thomas Müller, der in Madrid seinen 99. Auftritt in der Königsklasse absolviert und noch nie gegen Real getroffen hat. "Dann wird's Zeit", sagte der erfolgreichste deutsche Champions-League-Torschütze (42 Tore).

Sein Offensiv-Partner Robert Lewandowski geriet wegen seiner schwachen Leistung im Hinspiel in die Kritik, was wiederum Rummenigge erzürnte. "Ich finde diese Diskussion lächerlich, wie wir sie eigentlich alle beim FC Bayern München lächerlich finden. Er hat 39 Tore auch in diesem Jahr wieder gemacht, und wir sind froh, dass er bei uns ist und dass er im nächsten Jahr auch noch bei uns spielen wird", sagte der Bayern-Boss. Er spielte damit auf die anhaltenden Wechselspekulation um den Polen an. Immer wieder wird Lewandowski mit Real Madrid in Verbindung gebracht.

"Er ist eine Tormaschine. Auch Gerd Müller hat mal acht, zehn Spiele gehabt, in denen es nicht so lief, in denen man nicht so oft getroffen hat. Aber dann gibt es wieder Spiele, da trifft man zwei, drei Mal. Ich wünsche ihm, dass er morgen so einen Tag hat", sagte Rummenigge. "Ich rede nicht über einzelne Spieler, sondern ich erwarte eine gute Leistung unserer Mannschaft und am Ende auch einen Sieg", sagte Präsident Uli Hoeneß zur Diskussion um Lewandowski.