Auswirkungen der technischen Revolution

Ein Fußballspieler schießt den Ball ins Tor.
Was die von der FIFA beschlossenen Innovationen konkret bedeuten.

Fußball-Fagen – Am Donnerstag erlaubte das International Football Association Board, in dem die Regelhüter des Fußballs sitzen, die Einführung von Techniken zur Erkennung von Toren. Der KURIER beantwortet offene Fragen.

Welche Systeme kommen zum Einsatz?
Die Techniken heißen Hawk-Eye und GoalRef. Beim Hawk-Eye nehmen mehrere Kameras das Spielgeschehen auf. Ein Computer berechnet aus der Bildersumme die Position des Balles und sendet bei einem Tor ein Signal. Bei GoalRef wird im Torrahmen ein Magnetfeld erzeugt. Der Ball enthält drei Magnetspulen. Überschreitet der Ball die Torlinie, wird durch das Magnetfeld im Tor ein Magnetfeld im Ball aktiviert und ein Computer sendet ein Signal.

Ist die Technik hundertprozentig verlässlich?
Das Hawk-Eye muss nicht immer funktionieren. Denn, ist der Ball zu 25 Prozent von Spielern verdeckt, können die Kameras auch nicht erkennen, ob er über der Linie ist.

Ab wann und wo wird die Technik eingesetzt?
Bei der Klub-WM im Dezember in Japan und beim Confederations Cup 2013 werden beide Systeme getestet. Bei der WM 2014 in Brasilien wird dann vermutlich nur noch das zuverlässigere System zum Einsatz kommen.

Wird die Technik auch in nationalen Ligen verwendet?
In Deutschland wird die Einführung ab der Saison 2013/’14 diskutiert. Für die Kosten von bis zu 300.000 Euro müssen die Vereine aufkommen. Die italienische Serie A, die englische Premier League und die US-Major-League haben angekündigt das System so bald wie möglich einzuführen. Auch Frankreich ist ein Befürworter des Systems.

Wie reagiert die österreichische Bundesliga?
Liga-Vorstand Georg Pangl will sich der Entwicklung nicht verschließen, verweist aber auf die Kostenfrage: "Wir werden das Thema beraten und eine Arbeitsgruppe gründen. Wenn die Entwicklung international voranschreitet, werden wir uns nicht verwehren." Priorität haben in Österreich aber die Adaptierungen von Flutlichtern und Rasenheizungen. Eine Tortechnik ist für die aktuelle Saison unrealistisch.

Wer profitiert von der Technik?
Vor allem die Sponsoren der FIFA. Sony kaufte jene Firma, die das Hawk-Eye-System erfand, adidas kündigte Interesse bei GoalRef mit einem eigens angefertigten Ball an.

In welchen Sportarten gibt es technische Hilfsmittel?
Im American Football kann jede Schiedsrichterentscheidung vom Coach eines Teams angefochten werden. Die Situation muss dann auf Video analysiert werden. Im Eishockey kann der Referee in einer Unterbrechung per Video kontrollieren, ob ein Puck hinter der Linie war. In der NHL fällen Video-Richter in Toronto die Entscheidungen für alle Spiele. In der Basketball-Liga NBA können per Video Zeitspiel, Fouls und Unsportlichkeiten kontrolliert werden.

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