Sport | Fußball
08.06.2018

Ausweichstadion? Liga und Land NÖ nehmen Neustadt in die Mangel

Der Druck auf Wr. Neustadt wächst. Der Zweitligist müsste für den Aufstieg mehrere juristische Kämpfe gewinnen.

Es wirkt so, als hätte sich Katja Putzenlechner eine ebenso breite wie mächtige Front an Gegnern geschaffen. Auf die Ankündigung von Wiener Neustadts Präsidentin, den SKN Richtung Abstieg klagen zu wollen, folgten viele Reaktionen.

Die wesentlichsten: St. Pölten hat als Retourkutsche dem Zweitligisten die Nutzungsrechte für die geplanten vier „Winterspiele“ in der NV-Arena gestrichen, unterstützt von der Landesregierung. Stunden später legte NÖ-Sportlandesrätin Bohuslav in einer scharf formulierten Facebook-Botschaft nach. Wr. Neustadt wird aufgefordert, „die Werte des Sportlandes NÖ wie Fair Play wieder zu achten“ – also den Einspruch gegen die Wertung der Relegation zurückzuziehen.

Die Neustädter wollten aber nicht aufgeben. Admira-Manager Shapourzadeh bestätigte dem KURIER: „Wr. Neustadt hat um die Südstadt als Ausweichstadion angefragt. Eigentlich wollen wir da nicht in eine Schusslinie geraten, aber wir werden das intern besprechen.“

Nur NV-Arena erlaubt

Soweit kam es gar nicht, denn Donnerstagnachmittag holte die Bundesliga zum nächsten Schlag aus: Die Liga-Juristen meinen, dass der Zweitligist gar kein neues Ausweichstadion nennen darf. Im Sky-Interview erklärt Vorstand Ebenbauer: „Hierfür ist ein Blick in die Lizenzbestimmungen wesentlich. Darin ist enthalten, dass ein Wechsel eines einmal genannten Ausweichstadions nach rechtskräftiger Lizenzerteilung innerhalb der Lizenzzeit nicht mehr möglich ist.“

Da das alte Wr. Neustädter Stadion keine Rasenheizung hat, kann der Senat 5 dem Verein in einem Disziplinarverfahren die Lizenz zum Aufstieg wieder entziehen. Der SC müsste also an mehreren juristischen Fronten siegen, um noch aufzusteigen – oder zum Rückzug blasen.