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Sport Fußball
12/05/2011

Austria im Plansoll

Nach dem etwas glücklichen 2:1 gegen Sturm halten die Wiener bei 17 Punkten nach neun Runden. Meister Sturm hinkt hingegen hinterher.

Nach einem etwas glücklichen 2:1-Heimerfolg gegen Meister Sturm liegt die Wiener Austria nach dem ersten Meisterschafts-Viertel mit 17 Punkte in etwa im Plansoll. Die Grazer hinken mit zehn Zählern den Erwartungen hinterher.

Letztlich reichten den über weite Strecken enttäuschenden und ideenlosen Wienern im Spitzenspiel am Samstag zehn starke Minuten um aus einem 0:1-Rückstand (Darko Bodul/12.) noch einen Sieg zu machen. Großen Anteil am Erfolg hatte neben den Torschützen Michael Liendl (79.) und Nacer Barazite (84.) auch Coach Karl Daxbacher, der seine Truppe zur Pause mit einer "Kabinenpredigt" aufweckte.

"Wir waren zu Beginn zu wenig aggressiv und kämpferisch und haben die Rechnung präsentiert bekommen. Ich habe den Spielern gesagt, dass man mit schön spielen kein Spiel gewinnen kann", verriet Daxbacher. Und Zlatko Junuzovic ergänzte: "Wir waren zu lasch, der Trainer hat uns angeschrien, das hat gefruchtet."

Daxbacher hatte zudem ein "Goldenes Händchen". Liendl traf nur wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung zum 1:1. "In solchen Spielen, wo man eine Idee oder einen Schuss braucht, kann er sehr wichtig sein", sagte der Austria-Trainer über Liendl. Zudem war Barazite erfolgreich, nachdem er nach dem Austausch des schwachen Roland Linz ins Sturm-Zentrum aufgerückt war. "Linz ist nichts gelungen, ich habe versucht, vorne mit Barazite auf einen schnelleren Spieler zu setzen, das Ruder herumzureißen. Heute ist es aufgegangen."

Defensiver Meister

Nur fast aufgegangen ist die Taktik von Franco Foda. Seine junge Elf, in der der 19-jährige Stefan Stangl sein Bundesliga-Debüt gab, hatte mit einer meisterlichen Defensivleistung fast 80 Minuten lang keine einzige Topchance der Gastgeber zugelassen und bekam deshalb auch ein "Riesenkompliment" von ihrem Trainer. Die zwei Gegentore innerhalb von fünf Minuten brachten den Titelverteidiger allerdings um die Früchte der Arbeit. "Es ist sehr bitter, hier verloren zu haben", ärgerte sich Foda.

Normal sei es nicht seine Art, so Fußball zu spielen, nur auf gut Glück zu hoffen. "Aber manchmal muss man einfach so spielen", ergänzte Foda. Dem Sturm-Trainer sind derzeit aufstellungstechnisch ziemlich die Hände gebunden, am Samstag fehlten acht Spieler. "Ich habe es als Trainer noch nicht erlebt, dass uns der Verletzungsteufel so erwischt, aber ich bin keiner, der jammert. Berücksichtigen muss man die Ausfälle aber schon, wenn man das Spiel sachlich analysiert", meinte Foda.

Fakt ist, dass sich die Wiener vor dem Sonntags-Topspiel Admira - Salzburg auf Platz zwei verbesserten. "Es war enorm wichtig, den Anschluss nach vorne gehalten und Sturm auf Distanz gehalten zu haben", sagte Liendl. Die seit drei Runden sieglosen Grazer sind hingegen nur Sechster und haben zwei der jüngsten drei Partien verloren.

Fodas Garantie

"Momentan läuft es einfach nicht. Wir werden uns aber nicht lange im Mittelfeld aufhalten", meinte Joachim Standfest. Das sieht auch Foda so. "Wir haben einige Punkte zu wenig geholt, aber am Ende der Saison werden wir unter den Top-Vier sein, das kann ich garantieren", betonte der Sturm-Coach. In der Teamcheffrage ließ sich der Deutsche nichts Neues entlocken, nur so viel: "Es hat ein erstes Gespräch mit Leo Windtner gegeben."

Für beide Teams geht es nun am Donnerstag in der Europa League weiter, nach den 1:2-Heimniederlagen im ersten Spiel ist der Druck, will man wirklich um den Aufstieg mitspielen, schon ziemlich groß. Die Austria gastiert in Malmö. "Es wird kein Ausflug, wir wollen dort punkten", gab Junuzovic die Marschroute vor. Die Grazer müssen bei AEK Athen antreten. "Hoffentlich kommen ein paar Spieler zurück, damit wir da etwas mitnehmen können", meinte Sturm-Torschütze Bodul.

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