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15.04.2018

Angst vor Aluminium: Rapid auf Rekordkurs

Die Nr. 1 der Liga: Keiner trifft so oft die Stange oder Latte wie Thomas Murg. © Bild: APA/HANS PUNZ

Nur Pech? Die Rapidler treffen viel öfter Stange oder Latte als die Konkurrenz. Murg ist die Nr. 1.

Thomas Murg hat vor zwei Jahren sein erstes Tor für Rapid erzielt, im Derby gegen seinen Ex-Klub. Heuer spielt der 23-Jährige aufgrund einer auffälligen körperlichen Steigerung seine bislang beste Saison: sechs Tore und vier Assists gelangen dem Mittelfeldspieler in 27 Ligaeinsätzen bis zum 326. Derby. Es hätten wesentlich mehr sein können. Sechs Mal gingen Schüsse vom Linksfuß an die Stange oder Latte.

Damit hatte Murg alleine mehr Pech als die gesamten Teams von WAC, SKN, Altach und Mattersburg.

© Bild: Grafik

Oder ist es fehlendes Können, dass Rapid mit 20 doppelt so viele Alu-Treffer wie Sturm als Nr. 2 aufweist? Trainer Goran Djuricin versucht, das Positive zu sehen: „Stangenschüsse sind auch ein Qualitätsmerkmal. Sie zeigen, dass wir sehr oft gefährlich werden.“ Nachsatz: „Wenn aber kein Tor rauskommt, hilft es niemandem.“

Seit 2002 zählt KURIER-Partner Opta die Alu-Treffer. Rapid fehlen nur noch zwei auf den eigenen Rekord mit 22 aus der Saison 2015/’16.

Fest steht, dass Rapid haarscharf an einer wesentlich erfolgreicheren Saison vorbeischrammt. Alleine in den neun Spielen im Frühjahr wurde acht Mal eine Stange oder die Latte getroffen.

Faktor Führungstor

Alle Rückrundenspiele, bei denen das 1:0 gelang, wurden gewonnen (fünf). Da fällt es umso mehr ins Gewicht, dass 2018 in vier Spielen in Folge beim Stand von 0:0 die Stange getroffen wurde.

Durch die Rapid-Serie werden auch Statistiken verfälscht, weil Aluminium-Treffer in der Regel zwar große Chancen waren, aber nicht als Torschüsse zählen. So hat Rapid gegen WAC (5:1) und Mattersburg (4:2) offiziell aus neun Torschüssen neun Tore gemacht, obwohl bei beiden Spielen das Gehäuse getroffen wurde.

In der Ära Barisic war es üblich, dass das Training mit dem „Lattenschießen“ endet: Wer vom Sechzehner die Latte trifft, darf duschen gehen. Wer nicht, muss zum Gaudium der Mitspieler „weiter üben“. „Mit Djuricin machen wir das nicht mehr“, erzählt Murg und beweist, dass er auch als „Alu-König“ seinen Humor behalten hat: „Diese Übung wäre bei uns eh spätestens nach zwei Runden wieder beendet.