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Sport | Fußball
06/27/2019

Andreas Herzog: "Wäre in der Nervenheilanstalt gelandet"

Der ÖFB-Rekordspieler sprach mit der Bild-Zeitung unter anderem über seine Zeit bei Bayern und das Duell mit Kahn.

Mit sieben Punkten liegt Israel mit Teamchef Andreas Herzog aktuell auf dem zweiten Platz der EM-Qualifikationsgruppe, einen Zähler vor dem ÖFB-Team. Ausschlaggebend war das direkte Duell Ende März, als die Israelis das österreichische Team mit 4:2 besiegten. Im Oktober kommt es zum Rückspiel. Im Moment ist Herzog auf Heimaturlaub. Dort wurde er zuletzt auch von der Bild-Zeitung besucht. Im Podcast "Phrasenmäher" sprach der ÖFB-Rekordspieler auch über seine Zeit bei den Bayern, bei denen er eine Saison verbrachte.

Mehr wäre, so Herzog, auch nicht gut für ihn gewesen. "Noch ein Jahr Bayern, und ich wäre in der Nervenheilanstalt gelandet. Wir waren der FC Hollywood, waren zerstritten, aber erfolgreich. Bei Bremen waren wir eine Einheit bei Bayern nicht." So habe der Wiener sich nie wirklich einer Gruppe zugehörig gefühlt, wollte zudem mit niemandem anecken. Was er im Nachhinein als Fehler betrachtet. 

"Da ist eine Welt für mich zusammengebrochen"

Ein besonderes Duell lieferte er sich dabei mit Bayerns Torwart-Legende Oliver Kahn. Kahn schüttelte seinen verdutzten Mitspieler Herzog im Spiel gegen Stuttgart wütend durch, nachdem ein Ballverlust des Österreichs zu einer Torchance des Gegners geführt hatte. Herzog: "Ich wollte nach vorne spielen, hab den Ball verloren, danach hat Elber drei Meter vor dem Tor daneben geköpfelt. Ich wollte zurücklaufen, meinen Fehler gut machen, drehe mich um, in dem Moment werde ich durchgeschüttelt vom Oli. Das war eine bezeichnende Situation, dass ich in München nicht wertgeschätzt werde, dass ich wieder weg wollte."

In der Kabine kam dann das Wiedersehen der beiden Teamkollegen, bei dem Herzog Kahn klar  machte, dass er sich dies nicht noch einmal gefallen lassen würde. "Dann sind Hoeneß und Rummenigge gekommen, haben bestärkt, dass ich einmal durchgeschüttelt werden sollte. Gleich darauf ist Rehhagel gekommen und hat gesagt: Junge, du kannst drinnen bleiben, wirst ausgetauscht. Da ist innerhalb von fünf Sekunden eine Welt für mich zusammengebrochen", so Herzog weiter. Am Ende der Saison folgte schließlich auch die Trennung und Rückkehr zu Werder Bremen, wo er 1999 zum zweiten Mal Pokalsieger wurde.