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25.05.2018

Als Mohamed Salah ein Chancentod war

Liverpools Star aus Ägypten spielte mit Aleksandar Dragovic beim FC Basel. Gecoacht wurden sie auch von Markus Hoffmann.

Gerade einmal 20 Jahre jung war Mohamed Salah, als er 2012 von den Arab Constructors aus Ägypten zum FC Basel wechselte. Bei seiner ersten Station in Europa bekam es der blitzschnelle Stürmer prompt mit zwei Österreichern zu tun. Aleksandar Dragovic war zu diesem Zeitpunkt Leistungsträger. Der Salzburger Markus Hoffmann war Co-Trainer unter Heiko Vogel.

Angesprochen auf den einstigen Mitspieler fällt Dragovic zunächst Salahs Bezug zur Religion ein. „Ich habe nie einen religiöseren Menschen gesehen als ihn“, sagt der Wiener über den strengen Moslem. „Er hat überall den Koran dabei gehabt.“ Bescheiden sei er gewesen. „Es hat ihn ausgezeichnet, dass er bodenständig und hilfsbereit war. Er hat sich selbst nie in den Vordergrund gerückt.“

Nicht zu vergessen ist auch die zu diesem Zeitpunkt noch fehlende Kaltschnäuzigkeit Salahs. „Er hätte 77 Tore in einer Saison machen können. Er ist unglaublich oft alleine auf den Tormann zugelaufen.“

Getroffen hat er aber selten. Nach nur fünf Toren in seiner ersten Saison in der Schweiz war der Neuzugang bereits als Fehlkauf abgestempelt worden. Nach vier weiteren Toren im folgenden Herbst und zwei Treffern in der Champions League wechselte Salah im Jänner 2014 zu Chelsea, wo er sich nicht durchsetzen konnte.

„Dieser Wechsel kam für ihn ein Jahr zu früh“, meint Markus Hoffmann. Der 45-Jährige übte damals drei bis vier Mal pro Woche nach dem Mannschaftstraining individuell mit Salah. „Er war ein Chancentod, weil er die Schusstechnik eines 13-Jährigen hatte“, sagt Hoffmann. Daran galt es zu arbeiten. „Das war aber relativ einfach, weil er sehr willig war und lernen wollte.“

Der Ball im Fokus

Nur die Schusstechnik sei es aber nicht gewesen. „Er hat immer den Tormann angeschaut und ihn dann angeschossen“, erzählt Hoffmann. „Wer die besten Stürmer der Welt beobachtet, sieht, dass sie in diesen Situationen den Ball im Fokus haben.“ An der „falsch“ verinnerlichten Technik und Fußhaltung zu arbeiten, sei zeitaufwendig gewesen. Gelohnt hat es sich allemal. Mit 32 Treffern wurde der heute 25-Jährige Torschützenkönig in der Premier League. Dazu traf er zehn Mal in der Champions League.

Im ägyptischen Team hat Salah 33 Tore in 57 Länderspielen erzielt. Bei seinen jüngsten fünf Einsätzen in der WM-Qualifikation erzielte er fünf Tore. Bei der WM in Russland ist er großer Hoffnungsträger seines Landes. In Gruppe A haben die Nordafrikaner bei ihrer erst dritten WM nach 1934 und 1990 gegen Russland, Saudi-Arabien und Favorit Uruguay durchaus Chancen auf den Aufstieg.