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Sport Fußball
12/05/2011

Almer: "Ich besitze genug Qualität"

Ex-Austria-Torwart Robert Almer spricht im KURIER-Interview über seinen Wechsel in die zweite deutsche Liga.

Robert Almer, 27, ist mit Dominique Nadarajah verheiratet. Almer stammt aus dem steirischen Birkfeld, wurde im Sturm-Nachwuchs ausgebildet, kam über die Austria Amateure und Mattersburg zur Austria, wo er seinen Vertrag nicht verlängerte.

KURIER: Warum haben Sie die Austria verlassen?
Robert Almer: Ich bin 27 Jahre alt. Wann sollte ich den Traum vom Ausland verwirklichen? Außerdem wollte ich nicht so weitermachen wie bisher. Ich war fast sechs Jahre bei der Austria und habe keine Möglichkeiten gesehen, mich weiterzuentwickeln.

Und das können Sie in Deutschland?
Das Training hier ist viel intensiver. In Österreich musst du nicht immer voll konzentriert sein. Wenn das Training eineinhalb Stunden dauert, dann sind vielleicht 40 Minuten wirklich effektiv. In Deutschland sind es sicher 70 Minuten. Ich bin der Meinung, dass du im Training auch einmal über der Grenzen gehen musst, dass du kotzen musst. Vor allem in jungen Jahren. Hier wird gezielt auf alles hintrainiert. Das ist dann die deutsche Gründlichkeit, über die wir in Österreich manchmal lachen. Aber das passt.

Sie haben zuletzt bei der Austria nicht gespielt, nur trainiert. Das reichte scheinbar, um im Juni in den Teamkader zu kommen.

Das ist sehr polemisch formuliert. Ich habe im Herbst zehn Spiele gemacht und wäre auch als Nummer eins ins Frühjahr gegangen, wenn ich mich nicht verletzt hätte. Daher gehe ich einmal davon aus, dass ich genug Qualität besitze. Außerdem habe ich mich ja fit gehalten, habe in Deutschland privat trainiert. Und es hat meinem Transfer nicht geschadet, dass ich im Teamkader für das Deutschland-Spiel war. Darüber hinaus habe ich mich gleich vor Ort bei Martin Harnik über Düsseldorf informieren können.

Direkte Art

Sie haben sich danach entschieden, nach Deutschland zu gehen. Aber nur in die zweite Bundesliga.
Was heißt „nur“? Die Spitzenklubs in der Liga haben mehr Budget als die Austria oder Rapid. Düsseldorf ist ein absoluter Traditionsklub, der wieder nach oben will. Unser Stadion hat für mehr als 50.000 Fans Platz. Beim ersten Spiel waren 31.000 Fans da, bei der Saisoneröffnung 10.000. Wir haben fast sieben Stunden lang Autogramme geschrieben. Und im Trainingslager in der Flachau waren Tag für Tag zwischen 50 und 100 Anhänger zuschauen.

Sie sind in Flachau zur Mannschaft gestoßen. War das ein harter Start für Sie?

Aufgrund des intensiven Trainings habe ich einen derartigen Muskelkater gehabt, dass ich kaum Stiegen steigen konnte. Ich hatte anfangs körperliche Defizite, die habe ich durch wöchentliche zusätzliche Einheiten wettgemacht.

Hat Ihnen Trainer Meier vor Saisonbeginn mitgeteilt, dass Sie nicht spielen? Oder hat er die schlechte Botschaft überbringen lassen?
Der Trainer redet mit allen, auch mit den Ersatzspielern, sagt was sie verbessern müssen. Dinge direkt anzusprechen ist etwas, was mir in Deutschland gefällt. In Österreich wird selten etwas so direkt an- und ausgesprochen.

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