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Sport Fußball
12/05/2011

Admira lebt, die Südstadt bebt

Vor nicht allzu langer Zeit machten die Fans einen Bogen um die Südstadt. Gegen Rapid platzt das Stadion aus allen Nähten.

Zeitungsmacher sind manchmal gnadenlose Zeitgenossen. Vor Jahren begab es sich, dass eine mittlerweile eingestellte Fach-Zeitschrift bei einem Heimspiel eines unter chronischem Zuschauermangel leidenden Fußball-Klubs a l l e Besucher in der Berichterstattung erwähnt hatte. Namentlich. Also: "Das Spiel sahen Gerhard, Anna, Peter, Josef, ..."

Nein, zuvor Erwähntes trug sich nicht in der Südstadt zu und, nein, es handelte sich nicht um Admira, die wegen ihrer Popularität und ihres Fanzustroms einst den Beinamen Graue Maus verpasst bekam.

Ein ähnliche, namentliche (Fußball-)Volkszählung wäre Samstag beim Gastspiel von Rapid auch nur unter großer Anstrengung vorstellbar. 10.650 Menschen werden Samstagnachmittag zu den Toren der Trenkwalder Arena drängen, so viele wie seit Jahren nicht mehr bei einem Heimspiel der Niederösterreicher.

Am Limit

"Das ist alles, was wir haben. Mehr geht nicht", sagt Alexander Friedl. Der Admira-Manager durfte erstmals seit Langem wieder den Auftrag zur Entfernung jener Planen erteilen, die den im Regelfall verwaisten Tribünen einen etwas weniger tristen Touch verleihen. Verwaist wird heute kein Fleckchen im Stadion sein. Dabei ist der Ansturm nicht nur dem Publikumsmagneten aus Wien geschuldet. Der Rekordmeister zieht in Österreich bekanntlich ja Fans von A bis Z, von Attnang-Puchheim bis Zürs an.

"Die Mannschaft verdient viele Zuschauer. Und gegen Rapid erst recht ein ausverkauftes Stadion", appellierte Admira-Trainer Dietmar Kühbauer bereits letzte Woche, nach dem 2:1-Sieg über Titelfavorit Salzburg.

Und die Fans des so furios in die Saison gestarteten Aufsteigers folgten dem Ruf von Erfolgstrainer und Ex-Rapidler Kühbauer. Zwei Tage vor dem Spiel war die Nachfrage nach Tickets so groß, dass das Management der Südstädter bei Rapid anfragte, ob man etwas mehr als tausend Karten aus dem Kontingent der Gäste wieder zurückhaben könnte. "Wenn es heißt: 'Steht auf, wenn ihr Rapidler seid!', wird dennoch das halbe Stadion stehen", ist sich Rapids Klubservice-Leiter Andreas Marek ob der vielen, grün-weißen Sympathisanten auf der gemäßigten Haupttribüne der Südstadt sicher.

Der Vorfreude bei den Admiranern tut dies keinen Abbruch. "So eine Kulisse habe ich noch nie in der Südstadt erlebt", sagt Bernhard Schachner. Der Mittelfeldspieler weiß, wovon er spricht. Seit zwanzig Jahren steht der 25-Jährige bereits im Dienst des Klubs. "Vielleicht bin ich ja als Admiraner geboren worden", meint Schachner. Seine Brüder spielten ebenfalls im Admira-Nachwuchs, sein Vater war Jugendtrainer.

Auf Wolke Sieben

Erstmals seit Jahren ist auch die Favoritenrolle in einem Duell Admira - Rapid nur schwer zu klären: "Rapid muss immer Favorit sein", meint Kühbauer, was dessen Gegenüber, Peter Schöttel, so nicht stehen lassen will: "Ich habe höchsten Respekt vor den bisherigen Leistungen der Admiraner. Sie sind auf einer Wolke der Euphorie." Die Admira hat das Top-Trio der vergangenen Saison (Sturm, Salzburg, Austria) besiegt, die bisher einzige Saisonniederlage in neun Spielen setzte es in Runde eins gegen - richtig - Rapid. "Das war die einzige Partie, in der wir nicht spielbestimmend gewesen sind", sagt Admira-Kapitän Christopher Dibon.

Spielentscheidend könnte ein Duell auf der Außenbahn sein. Mit Rapids Trimmel und Admira-Routinier Jezek begegnen sich zwei der bislang auffälligsten Spieler der Saison. "Wenn wir so spielen wie zuletzt, dann werden wir die drei Punkte holen", sagt Trimmel, dessen gute Leistungen gestern mit einer Vertragsverlängerung bis 2014 belohnt worden sind.

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