Oliver Glasner wagt den Sprung in die deutsche Bundesliga. 

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Sport Fußball
04/23/2019

Abschied fixiert: Glasner verlässt LASK Richtung Wolfsburg

Lange wurde spekuliert, nun ist es fix: LASK-Trainer Oliver Glasner wechselt zum Ende der Saison in die deutsche Bundesliga.

In den letzten Tagen hatten sich die Anzeichen wieder verdichtet, dass der Abgang von LASK-Trainer Oliver Glasner zum VfL Wolfsburg nur mehr eine Frage der Zeit sei. Am Dienstag wurde es offiziell: Bei einer Pressekonferenz der Linzer verlautbarte Glasner, dass er sich ab Sommer einer neuen Aufgabe widmen wird - der beim deutschen Bundesligisten. 

Glasner, der seit Mitte 2015 Trainer und Sportdirektor beim LASK ist, erhält in Wolfsburg beginnend mit 1. Juli einen Dreijahresvertrag bis Sommer 2022 und freut sich bereits auf die "neue Herausforderung", geht doch damit für ihn "ein Kindheitstraum in Erfüllung". "Als Spieler hat es für mich nicht gereicht, umso schöner, dass ich jetzt die Chance als Trainer in der deutschen Bundesliga bekomme", betonte der langjährige Spieler der SV Ried.

 

Versprechen

Gleichzeitig stellte der 44-Jährige klar, dass sein Fokus in den kommenden Wochen weiterhin voll auf dem LASK liege. "Ich gebe das öffentliche Versprechen ab, dass ich bis zum Ende der Saison mit 100 Prozent für den LASK und die Mannschaft da sein werde, um unsere großen Ziele noch zu erreichen." Das größte lautet Platz zwei hinter Titelverteidiger Salzburg. Damit würde der LASK, der aktuell neun Punkte hinter dem Tabellenführer und sechs Zähler vor dem drittplatzierten WAC liegt, im Sommer in der Champions-League-Qualifikation antreten.

LASK-Präsident Siegmund Gruber kommentierte den Abschied Glasners "mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn ich hätte Oliver nächste Saison noch gerne als Trainer bei uns gesehen. Schade, dass er geht", sagte der Klub-Boss und sprach von einem "sensationellen Trainer", den man nun nach Deutschland schicken dürfe. "Dieser Trainerwechsel ist dem Erfolg geschuldet."

"Gleiche Vorstellungen"

Für Glasner ist das Engagement in Wolfsburg die erste Station im Ausland. 2Der Wechsel in die deutsche Bundesliga ist eine große Herausforderung, auf die ich mich sehr freue und der ich mich sehr gerne stelle. In den Gesprächen mit Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer haben wir schnell gemerkt, dass wir die gleichen Vorstellungen davon haben, wie wir mit dem VfL in den kommenden Jahren erfolgreichen und attraktiven Fußball spielen wollen und können. Zudem sind die Bedingungen in Wolfsburg hervorragend, so dass für mich schnell klar war, dass ich diese Aufgabe gerne annehmen möchte", wird Glasner auf der Homepage der Wolfsburger zitiert.

"Wir haben uns mit Oliver Glasner bereits länger beschäftigt und seine beeindruckende Arbeit in Linz aufmerksam verfolgt. Die Gespräche mit ihm haben die positiven Eindrücke, die wir bis dahin von ihm hatten, bestätigt und uns das sichere Gefühl gegeben, dass er die richtige Wahl ist, um mit dem VfL Wolfsburg die nächste Entwicklungsphase anzugehen. Wir bekommen mit ihm einen fachlich hervorragenden Trainer und einen echten Teamplayer", sagt Wolfsburgs Geschäftsführer Schmadtke.

 

Oliver Glasners Karriere:

Oliver Glasner wurde am 28. August 1974 in Salzburg geboren. Als Spieler verbrachte er die meiste Zeit in Ried (1992 - 2003/314 Liga-Spiele, 18 Tore und 2004 - 2011/202 Ligaspiele/9 Tore).

1998 und 2011 feierte er die größten Erfolge seiner Spielerkarriere als er mit der SV den Cup gewann. 

Im Herbst 2011 hat er seine Karriere wegen einer schweren Kopfverletzung beenden müssen. Als Folge eines Zusammenstoßes mit Rapids Mario Sonnleitner wurde beim damals 36-Jährigen eine Gehirnblutung diagnostiziert, die einen neurochirurgischen Eingriff erforderlich machte.

Im Jänner 2012 wurde er Assistent von Peter Vogl bei Salzburg und übernahm dort die Agenden des Sportkoordinators.  Im Sommer desselben Jahres gab der Red-Bull-Klub bekannt, dass Glasner als Co-Trainer des neuen Coaches Roger Schmidt fungieren wird. Kurzzeitig war er auch Interimstrainer beim FC Liefering. 

Im Mai 2014 war die Rückkehr Glasners zu "seiner" SV Ried endgültig perfekt. Der langjährige Spieler wurde am 16. Mai als neuer Cheftrainer der Innviertler präsentiert. Glasner folgte Michael Angerschmid nach, dessen Vertrag nicht verlängert worden ist.

Fast genau ein Jahr später verließ Glasner Ried und heuerte zum zweitklassigen LASK, wo er einen Vierjahresvertrag als Cheftrainer und Sportdirektor unterschrieb.

"Ich will den LASK wieder salonfähig machen. Ich will mithelfen, dass der LASK wieder nach oben kommt", versprach er bei seinem Amtsantritt und ließ Taten folgen. Am 21. April 2017 wurde die Bundesliga-Rückkehr fixiert.

Aus dem LASK machte Glasner die zweite Kraft in Österreich.