Sport | Fußball
02.12.2018

Abgerechnet: Die fast geheimen Bundesliga-Zahlen

Still und heimlich wurden die Finanzen der vergangenen Saison von den Profi-Klubs auf der Liga-Homepage veröffentlicht.

Jeden Jänner wurden vom Kreditschutzverband KSV 1870 die Kennzahlen der Bundesliga-Klubs veröffentlicht. Der KURIER und das Onlineportal 90minuten.at versuchten stets eine Einordnung der Finanzen. Und diese Saison? Ist alles anders.

Der KURIER entdeckte im hintersten Winkel der Bundesliga-Homepage die bereits veröffentlichten Zahlen. „Es gibt seit Mai eine UEFA-Bestimmung, dass die Ligen die entsprechenden Zahlen veröffentlichen sollen“, erklärt Liga-Sprecher Michael Eisner. Auf einen Hinweis für die Öffentlichkeit sei dabei bewusst verzichtet worden. „Es ist vorgegeben, dass die Bundesliga die Zahlen nicht kommentiert.“

Die Top Ten der fast geheimen Bundesliga-Zahlen gibt es hier:

80,582 Millionen Euro

Die höchste Zahl der Bundesliga liefert wieder Salzburg mit den Erträgen, also dem Jahresumsatz. Nicht einmal zehn Prozent davon lukrierte in der Zehnerliga der WAC: 6,8 Millionen Erträge.

874.000 Euro

Die überraschendste Zahl lieferte Altach beim erstmals ausgewiesenen Posten „Zahlungen an Agenten und Spielervermittler“. Obwohl für die Vorsaison hauptsächlich ablösefreie Spieler verpflichtet wurden, gab es 874.000 Euro für „Nebengeräusche“. Ob es da auch Boni für Manager bei Vertragsverlängerungen gab?

Die Vorarlberger liegen im Bereich von Austria (911.000 Euro) und Rapid (830.000). Die Nr. 1 ist Salzburg mit 2,37 Millionen, der WAC zahlte nur 94.000 Euro an Manager.

70,927 Millionen Euro

In den zusätzlichen Bilanzdaten, die vom KSV früher nicht veröffentlicht wurden, fällt das hohe Fremdkapital bei der Austria auf. Den 70,9 Millionen stehen nach der Infrastrukturoffensive 68,3 Millionen Anlagevermögen gegenüber. Zum Vergleich: Bei Rapid sind es 47 Millionen Fremdkapital und 63,6 Millionen Anlagevermögen.

18,617 Millionen Euro

Obwohl in der vergangenen Saison keine Europacup-Prämien bezahlt werden mussten, fällt der hohe Personalaufwand bei Rapid auf. Ein Teil davon erklärt sich, weil Vertrieb, Marketing und IT vom Verein bestritten werden. Zum Vergleich: Die Austria hatte (mit Europacup-Herbst) einen Personalaufwand von 15,96 Millionen.

386.000 Euro Minus

Das größte Minus beim Jahresergebnis hat St. Pölten in einer Katastrophensaison aufgerissen. Nach dem Verkauf von Coach Kühbauer und den sportlichen Erfolgen wird es wieder ein Plus geben.

43,797 Millionen Euro

Die beste Mannschaft kostet auch am meisten: Salzburg verbraucht mehr als ein Drittel des Personalaufwandes der gesamten obersten Spielklasse. Sturm hat mit Kosten von 10,24 Millionen immerhin den Cup gewonnen.

7,812 Millionen Euro

Wie das genau geht, weiß wohl nur Obmann Pucher: Obwohl der Zuschauerschnitt in Mattersburg sinkt, konnte mit dem fünfthöchsten Personalaufwand wieder ein kleiner Gewinn erwirtschaftet werden (147.000 Euro).

4,3 Millionen Euro

Am sparsamsten waren der WAC und die Admira beim Personalaufwand. Hartberg (in Liga 2 unter einer Million) wird die 4,3 Millionen heuer wohl unterbieten.

19,352 Millionen Euro

Für die spannendste Zahl in der zweiten Spielklasse sorgt Liefering mit den extrem hohen Erträgen (und trotzdem null Euro Gewinn). Eine aus steuerlichen Gründen mögliche Erklärung: Salzburg zahlte für die zuvor geparkten Talente „marktübliche Ablösen“.

1,782 Millionen Euro Minus

Das größte Minus beim Eigenkapital gibt es bei einem alten Sorgenkind der zweiten Liga: Austria Klagenfurt. In der Aufstiegssaison gab es auch ein negatives Jahresergebnis (271.000).