Sport | Fußball-WM
07.06.2018

Dragovic: "Natürlich tut es weh, wenn man nicht dabei ist"

Die ÖFB-Mannschaft hat die verpasste WM-Qualifikation abgehakt und blickt nach vorne - auf die EM 2020.

Der Blick könnte mitunter etwas neidvoll sein. Nigerias Fußballer bereiten sich derzeit in Bad Tatzmannsdorf auf die WM vor - in jenem Hotel, in dem auch Österreichs Nationalmannschaft residiert. Die Österreicher haben in den jüngsten Tests gegen WM-Gastgeber Russland (1:0) und Titelverteidiger Deutschland (2:1) aufgezeigt. Die WM-Teilnahme hatten sie im Vorjahr aber deutlich verpasst.

Das ÖFB-Team muss sich mit einer hochkarätigen Testspiel-Serie trösten. Zu deren Abschluss wartet am Sonntag (16.00 Uhr/live ORF eins) in Wien Brasilien. Die WM verfolgen die Österreicher am TV-Gerät - da helfen auch fünf Siege in fünf Tests unter Neo-Teamchef Franco Foda nichts. "Natürlich tut es weh, wenn man nicht dabei ist, weil ich weiß, wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt", sagte Innenverteidiger Aleksandar Dragovic.

MEDIENTERMIN ÖFB-TEAM: DRAGOVIC

In der WM-Quali reichte es nach lediglich zwei Siegen in den ersten acht Spielen allerdings nur zu Rang vier hinter Serbien, Irland und Wales. Dragovic will die Vergangenheit ruhen lassen. "Wir waren alle enttäuscht darüber, dass wir es nicht geschafft haben. Aber jetzt können wir es eh nicht mehr ändern", meinte der 27-Jährige. "Wir müssen nach vorne gucken. Es bringt nichts mehr, nach hinten zu gucken." Ein guter Start in die EM-Qualifikation für 2020 sei das Ziel.

Ähnlich sieht das sein Abwehrkollege Martin Hinteregger. "Die Enttäuschung war vor einem halben Jahr da. Das Fußballerleben geht so schnell, irgendwann muss man dann wieder abschließen", erklärte der Augsburg-Legionär. "Es zieht zwar noch an einem, aber es ist abgeschlossen. Es ist schon so lange her, von dem her macht es uns nichts, dass sie jetzt bei uns im Hotel sind und sich vorbereiten."

Nigerianer beeindruckt

Das ÖFB-Team traf sich am Mittwoch in Bad Tatzmannsdorf. Die Nigerianer sind seit Sonntag dort stationiert und bleiben bis nächsten Montag. "Ich bin wirklich beeindruckt", sagte Kapitän John Obi Mikel über das Hotel "Avita". Nicht immer seien Vorbereitungen des nigerianischen Teams derart professionell abgelaufen. "Wer auch immer diesen Ort ausgesucht hat, hat viel Wert auf Details gelegt. Wir sind glücklich hier."

Weniger glücklich verlief die WM-Generalprobe. Bei dieser unterlagen die Westafrikaner am Mittwoch in Schwechat Tschechien sang- und klanglos mit 0:1 - trotz bekannter Namen wie Victor Moses (Chelsea), Alex Iwobi (Arsenal) oder dem mittlerweile in China tätigen Obi Mikel (Tianjin Teda). Bei der Endrunde wird es nicht leichter. Dort warten in der schwierigen Gruppe D Duelle mit Kroatien, Island und Argentinien.

Dragovic spielte zuletzt bei Leicester mit zwei Nigerianern zusammen, die sich auch im Burgenland neben ihm das Frühstück holen - Mittelfeldmann Wilfred Ndidi und Stürmer Kelechi Iheanacho. Als Weltmeister setzt der Wiener dennoch auf Brasilien. Hinteregger tippte spontan auf England. "Ich würde es dem englischen Fußball wieder einmal richtig gönnen", begründete der Kärntner. Seit dem WM-Titel 1966 standen die Engländer bei keinem großen Turnier mehr im Finale.