Sport
10.08.2018

Früher als erwartet steht Rapid unter enormen Druck

Am Sonntag gegen den WAC und am Donnerstag gegen Slovan Bratislava müssen Erfolge her.

„Ich hab’ schon so viel im Europacup erlebt. Ich kenne die Situation, das ist nicht so tragisch. Mit den Fans können wir das sicher schaffen“, meint Mario Sonnleitner nach seinem 300. Spiel für die Hütteldorfer und dem selbst verschuldeten 1:2 gegen Slovan in Bratislava.

Sonnleitner denkt etwa an das 3:0 gegen PAOK nach einem 1:2 in Saloniki. Allerdings ist das bislang einzige Out auf dem Weg in die Gruppenphase nach einem 1:2 passiert: Trotz 2:0-Führung kam gegen Helsinki 2014 (3:3) das Aus. Die meisten Parallelen weist der Selbstfaller mit dem 1:2 in Novi Sad 2012 auf. Aber dazu später.

Früher als erwartet stehen die Rapidler unter enormen Druck: Am Sonntag gegen den WAC (auf neuem Rasen) und am Donnerstag (20.30 Uhr) gegen Slovan müssen Erfolge her. Sonst wird es in Hütteldorf wieder richtig ungemütlich. Ob alle damit umgehen können? Mateo Barac wirkte bei seinem Europacup-Debüt für Rapid bereits vor seinem unnötigen Eigentor nervös und viel unsicherer als in der Liga. Boli Bolingoli konnte seinen Hang zu Leichtsinnigkeiten in Schlüsselspielen nicht abstellen: Wie beim Cup-Aus gegen Sturm (2:3 n.V.) leitete der Linksverteidiger ein Gegentor (den Ausgleich nach einem starken Start) ein. Und auch Dejan Ljubicic war beim ersten internationalen Auftritt nicht der gewohnte Ballsammler, obwohl an seiner Seite Stefan Schwab der Beste auf dem Feld war.

Dennoch wechselte Goran Djuricin zum zweiten Mal bei einer Hitzeschlacht nur zwei Mal. Hat der Trainer kein Vertrauen in die Kaderspieler, die aufgrund der Belastung gegen den WAC ran müssen? „Doch, aber ich habe großes Vertrauen in Spieler wie Alar. Ich hätte gedacht, Deni macht noch eins.“ Dass dessen Kopfball nach dem vergebenen Elfmeter höchstwahrscheinlich hinter der Linie war, passt zum verpatzten Abend. Ohne Videoassistenten wie bei der WM war das vermeintliche 2:2 live kaum festzustellen.

Heikle Momente

Lob gab es nur für die Rapid-Fans. „Danke für die große Disziplin“, sagten der erleichterte Stadionsprecher wie auch Slovan-Trainer Sevela. Heikel war es, als Slovan-Fans vor Spielbeginn über den Zaun kletterten, um über die Haupttribüne zum Rapid-Sektor zu gelangen. Erst nach Protesten von Rapid beim UEFA-Delegierten marschierte die Polizei (auch) beim Slovan-Sektor auf.

Ebenso ärgerlich: Nach dem Spiel gab es auf der Pressetribüne Diebstähle. Auch der KURIER ist betroffen.

Und Sonnleitners Erinnerung an Novi Sad? Im Hinspiel verschoss Hofmann wie diesmal Alar einen späten Elfer. Im Rückspiel dauerte es noch länger, bis Alar in der Nachspielzeit mit dem 1:0 vom Elfmeterpunkt für die große Erlösung sorgte.