Paszeks letzter Strohhalm heißt Rasen
Ihr Blick ist traurig, zwischen ihren Aussagen kommt gelegentlich ein gequältes Lächeln. Aber eher ein selbstironisches. „Irgendwann zahlt sich die harte Arbeit immer aus. Ich weiß nur noch nicht, wann dies so weit ist“, sagt Tamira Paszek nachdem sie bei den French Open in Paris ihre dunkle Serie an Erstrundenniederlagen fortsetzte. 4:6, 3:6 gegen die Amerikanerin Melanie Oudin, die im Ranking als Nummer 78 immerhin 55 Plätze hinter Tamira Paszek geführt wird und wahrlich keine Sandplatz-Spezialistin ist.
Paszek ist laut WTA-Ranking noch immer die 33-beste Tennisspielerin der Welt. „Das muss man überdenken. Sie gewinnt 2013 nur ein einziges Match und ist dennoch so weit vorne“, sagt die Tirolerin Barbara Schett, einst die Nummer sieben der Welt.
Paszek holte fast alle Punkte im Sommer des vergangenen Jahres. In Eastbourne holte sie im Juni den Titel, gefolgt vom Viertelfinale in Wimbledon. Im August stand sie in Montreal ebenso noch einmal in der Runde der letzten Acht. Der Rest: Fehlanzeige. Da gab es nur Meldungen von Niederlagen, über den Fed-Cup-Verzicht („Das passte nicht in mein Turnierprogramm“) und über den neuen Hauptwohnsitz Dubai („Dort habe ich eine Wohnung, weil ich dort das ganze Jahr über trainieren kann, bin aber ebenso oft in Dornbirn.“).
Reif für die Insel
Warum es vorher nicht klappte? Da gab es viele Verletzungen, Krankheiten bei ihr und in der Familie und „viele private Probleme.“ Paszek trennte sich von ihrem Langzeitfreund, dem Fußballer Georg Margreitter, jetzt passt wieder alles. In Paris spielt sie noch Doppel, dann geht’s schnellstens auf die Insel. Ob sie reif dafür ist? „Ich werde sicher nicht aufgeben. Meine Rasenzeit kommt jetzt. Und wenn ich nichts gewinne und aus den Top 100 falle, bleibe ich derselbe Mensch. Bleibe ich auch Tamira Paszek.“
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