Sport 11.03.2012

Flisar, Thompson Weltcupsieger im Ski Cross

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Der Slowene Filip Flisar bzw. die Kanadierin Marielle Thompson haben sich nach dem Todessturz des Kanadiers Nick Zoricic und der folgenden Rennabsage am Samstag beim Finale in Grindelwald die Gesamtsiege im Ski-Cross-Weltcup 2011/12 gesichert.

Gewertet wurde nur die Qualifikation, Qualisieger Flisar gewann dadurch noch vor Brady Leman (CAN). Thompson war schon vorher in Führung gelegen.

Für Österreich gab es durch Andreas Matt und Andrea Limbacher jeweils Platz fünf als beste Endresultate. Matt war vor dem Finale noch aussichtsreich im Kampf um eine erfolgreiche Titelverteidigung gelegen, hatte nach Platz sieben in der Qualifikation und der folgenden Absage aber keine Chance mehr. Auch für den Olympia-Zweiten war das klare Nebensache. "Für mich ist das alles noch unwirklich. Ich muss das Unglück erst realisieren", war der Tiroler am Tag nach dem Unglück noch schockiert.

Das ÖSV-Team beteiligte sich am Sonntag an der Trauerfeier für Zoricic. Praktisch die gesamte Ski-Cross-Familie fuhr in Jeans nochmals den Kurs ab, weil der 1983 in Sarajevo geborene Nikola Zoricic sein erstes Weltcuprennen in diesen Hosen bestritten hatte. Im Ziel gab es Blumen, ein Bild sowie zwei von Kerzen gesäumte Kondolenztafeln. Das kanadische Team bedankte sich für die Anteilnahme. IOC-Präsident Jacques Rogge kondolierte aus der Ferne. "Das ist ein trauriger Tag für die gesamte olympische Bewegung", erklärte der Belgier.

Zoricic hatte am Samstag im vierten Achtelfinallauf eine finale Attacke beim Zielsprung gestartet, war dabei aber zu weit nach rechts gekommen. Die Strecke war gegenüber dem Vortag deutlich schneller geworden, die Sprünge gingen daher extrem weit. Zoricic prallte nach der Landung ungebremst in einen Fangzaun, überschlug sich mehrmals und blieb anschließend regungslos liegen. Nach Wiederbelebungsversuchen an der Piste und dem Hubschrauber-Transport ins Krankenhaus Interlaken wurde Zoricic wegen eines schweren Neurotraumas um 12.35 Uhr für tot erklärt.

Die Veranstalter sagten danach alle restlichen Bewerbe ab. Die Staatsanwaltschaft hat wie bei solchen Vorfällen üblich Ermittlungen eingeleitet. Es gilt zu klären, ob es sich um einen reinen Fahrfehler gehandelt hat oder ob auch organisatorische Mängel vorgelegen sind. Für FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis war das "eine ganz normale Prozedur". Auf dem Prüfstand steht aber wohl die gesamte Sportart an sich.

Erstellt am 11.03.2012