Bresnik wird Thiem auch weiterhin zusehen

© APA - Austria Presse Agentur

Sport
04/25/2020

Bresnik zu Corona: "Finde es absurd, etwas zu überstürzen"

Österreichs Top-Trainer über notwendige Schritte, seinen Ex-Schützling Dominic Thiem und eine schmerzvolle Trennung.

von Harald Ottawa

"Es ist schön, einmal aus den eigenen vier Wänden rauszukommen", sagt Günter Bresnik. Österreichs Top-Tennis-Trainer ließ es sich nicht nehmen, auf Skype zu verzichten und im Schau-TV-Studio vorbeizuschauen (Samstag, 13.45 Uhr).

Ihm und seiner Familie "geht es sehr gut. Auch in meinem  Bekanntenkreis gibt es keinen  Corona-Fall." Stillgelegt vorerst ist freilich seine Akademie in der Südstadt. "Dort trainieren nur die Profis Julia Grabher, Mira Antonitsch oder Yvonne Neuwirth". Ab 1. Mai soll es auch hier wieder für alle losgehen.

"Für jede Sicherheitsmaßnahme"

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen wohlgemerkt. "Solange diese Problematik mit dem Virus nicht geklärt ist, bin ich für jede Sicherheitsmaßnahme, die es gibt. Ich finde es absurd, wenn man etwas überstürzt."

Der Österreichische Tennisverband (ÖTV) will baldigst wieder Mannschaftsmeisterschaften spielen. Bresnik, der am Dienstag seinen 59. Geburtstag feierte, sieht keine Eile."Die wirtschaftliche Situation ist für viele schwierig, aber die Gesundheit geht über alles. Ob man die Meisterschaften erst im August oder September spielt, ist völlig egal."

Start erst 2021?

Für internationale Turniere sieht der Niederösterreicher die Sitaution weniger rosig. "Ich gehe nicht davon aus, dass der Juli als Starttermin halten wird. Viele sprechen davon, dass es erst mit den Australian Open Anfang des nächsten Jahres losgeht. Von  Amerika hört man Horrorgeschichten, unklar ist die Situation auch in anderen Gebieten. Ich bin pessimistisch, dass es bald los geht."

Viel hält Bresnik davon, dass der Österreichische und Deutsche Tennisverband eine regionale Tour starten wollen, da die Situation  in Österreich und beim Nachbarn glimpflich verlief. "Wenn Dominic Thiem und Dennis Novak gegen Philipp Kohlschreiber und die andere deutsche Elite spielen, halten sie sich sicherlich in Schuss und kommen besser ins Jahr. Diese Idee ist super." Auch andere Initiativen, wie etwa von Alexander Antonitsch, lobt Bresnik. Hier wurde eine Umfrage unter 800 Tennisvereinen durchgeführt unter welchen Umständen ab 1. Mai wieder hobbymäßig gespielt werden kann.

Große Zukunft

Seinem Ex-Schützling  Dominic Thiem prophezeite Bresnik immer eine große Zukunft. "Für mich ist Dominic seit 2016, seit seinem ersten Einzug ins Semifinale von Paris und in die Top Ten, der einzige Junge, der an die großen Drei (Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer, Anm.) heranreicht."

Bresnik brachte bereits Horst Skoff (Nummer 18), Stefan Koubek (20) und Thiem (3) nach oben. Steht ein weiterer junger Spieler ante portas? "In Österreich sehe ich im Moment niemanden, bei dem man sagen kann, dass es soweit nach vorne geht wie bei meinen Ex-Schützlingen."

Unangenehmes Ende

Die Kooperation mit dem ÖTV wird vorerst fortgesetzt. "Solange die Leute zufrieden sind, machen wir weiter. Mir macht es großen Spaß. Solche Kooperationen sind in jeder Form denkbar." Dass Ex-Partner Wolfgang Thiem ausstieg und mit einigen Schützlingen (Novak, Jurij Rodionov und Sebastian Ofner) nach Wien geht, schmerzt freilich. "Neben anderen Dingen ist der Verlust einer Freundschaft das Unangenehmste."

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