FILE - In this July 1, 2004 file photo, cyclist Tyler Hamilton, of the United States, speaks prior to training with his teammates in Liege, Belgium. Hamilton's tell-all book about Lance Armstrong and doping in cycling will be released two weeks earlier than originally planned. "The Secret Race: Inside the Hidden World of the Tour de France: Doping, Cover-ups, and Winning at All Costs," is now scheduled for release Sept. 5. (Foto:Peter Dejong, File/AP/dapd)

© Deleted - 1716

Doping
02/19/2013

Hamilton belastet Fuentes und Riis schwer

Der Ex-Radprofi berichtet von schwarzem Urin, Gesundheitsproblemen und fremdem Blut.

Im Prozess um die "Operacion Puerto" hat Ex-Radprofi Tyler Hamilton den angeklagten Dopingarzt Eufemiano Fuentes und Saxo-Bank-Teamchef Bjarne Riis schwer belastet. Zudem erzählte er ausgiebig von "schwarzem Urin" und anderen Gesundheitsproblemen. Er sei zwischen 2002 und 2004 Patient von Fuentes gewesen, sagte Hamilton am Dienstag vor dem Gericht in Madrid aus.

Sein damaliger Teamchef Riis habe den Kontakt hergestellt. Von Fuentes habe er vor allem Bluttransfusionen erhalten. Bei dem spanischen Mediziner hätten die Profis aber auch "EPO, Testosteron und andere Dopingmittel kaufen können". Der bis zum Vorjahr wegen Dopings gesperrt gewesene Alberto Contador wurde als Zeuge wieder ausgeladen.

Bei seiner Vernehmung per Videoschaltung von der spanischen Botschaft in Washington aus sagte Hamilton, Fuentes habe ihn zur Anwendung verschiedener Dopingmittel ermuntert, darunter seien auch Wachstumshormon und Insulin gewesen. Insulin habe er nur einmal angenommen. "Aber es ist mir nicht gut bekommen. Ich habe viel geschwitzt, mein Pulsschlag ging in die Höhe, ich habe mich komisch gefühlt...", erzählte der 41-jährige Amerikaner. Nach einer "nicht ganz korrekt durchgeführten Bluttransfusion" sei sein Urin im Juli 2004 "nach 35 oder 40 Minuten schwarz geworden", fügte der Kronzeuge der Anklage an.

Teure Behandlung

Die Kosten für die Behandlung habe er persönlich tragen müssen, erzählte Hamilton. Das seien zunächst zwischen 25.000 und 30.000 Euro pro Jahr gewesen. Aufgrund der Verwendung neuer Doping-Systeme, bei dem das Blut eingefroren worden sei, seien die Kosten auf 50.000 Euro pro Jahr gestiegen. Im September 2004 habe er die Zusammenarbeit mit Fuentes nach einem positiven Dopingtest beendet. "Man hatte mir da gesagt, dass ich Blut eines anderen Menschen im Körper hatte, dabei war nur Eigenblutzufuhr abgesprochen", erzählte er.

Mit vielen seiner Aussagen widerlegte Hamilton die Beteuerung von Fuentes, er habe sich in erster Linie um die Gesundheit seiner Patienten, und nicht um die Behandlung mit unerlaubten Substanzen zur Leistungssteigerung gekümmert. Der 57-jährige Gynäkologe beteuerte vor Gericht, er habe Bluttransfusionen bei Hochleistungssportlern vorgenommen, weil deren Blut bei Wettkämpfen einen gefährlich niedrigen Hämatokritwert aufgewiesen habe.

Der zweifache Tour-de-France-Sieger Alberto Contador, dessen Vernehmung für Freitag vorgesehen war, wurde am Dienstag als Zeuge wieder ausgeladen. "Aufgrund der Entwicklung des Verfahrens verzichte ich auf eine Vernehmung von Contador", sagte der Anwalt des ebenfalls angeklagten ehemaligen Managers des Teams Liberty Seguros, Manolo Saiz. Contador, der ebenfalls mit Fuentes in Verbindung gebracht worden war, ehe sein Name aus den Polizeiunterlagen verschwand, war nur von der Saiz-Verteidigung als Zeuge geladen worden. 2006 war er unter Saiz für Liberty Seguros gefahren.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.