Sport
23.10.2018

Erste Bank Open: Thiem steht im Achtelfinale

Die Nummer eins des Turniers schlägt in einem Grundlinien-Duell zum Auftakt den Belgier Ruben Bemelmans.

Mit großteils unterhaltsamen Bällen und nur gelegentlich weniger unterhaltsamen Bällen ist Dominic Thiem zum sechsten Mal in seinem Leben Wien-Achtelfinalist. Der 25-Jährige schlug den Belgier Ruben Bemelmans im ersten Duell 7:5 und 7:6(5).

Damit hat Österreichs Bester seine Wien-Bilanz etwas aufgepäppelt. Noch schreibt er noch rote Zahlen, zählt man den Qualifikationsversuch 2010 dazu, hat er im 15. Match seinen siebenten Sieg gefeiert. Am Donnerstag kann der 25-Jährige aber schon mit einer ausgeglichenen Bilanz aussteigen, wenn er den US-Amerikaner Sam Querrey schlägt. Die Nummer 56 der Welt setzte sich gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga, der 2011 in Wien gewann und in den vergangenen beiden Jahren im Finale stand, mit 6:3, 3:6 und 6:3 durch.

Thiems Erkenntnis des Tages lautete: „Vor allem der Return muss noch besser werden.“ Die Nummer sieben der Welt begann gut, die Fans sahen auch flotte Ballwechsel – dies war in der Vorpartie kaum der Fall gewesen, in dieser schlug der US-Riese John Isner den Briten Cameron Norrie in drei Sätzen und mit 16 Assen im Rücken.

7500 Fans

Thiem hatte die Fans im Rücken, rund 7500 Freunde des gepflegten Filzkugelsports saßen in der Stadthalle („Thiem: „Die Stimmung war einzigartig“), damit wesentlich mehr als noch am Vortag. Brachte Thiem Selbstvertrauen von den jüngsten Ergebnisse („Die frühe Schanghai-Niederlage war kein Beinbruch“) mit, der Belgier hatte seine Gemütslage mit zwei Siegen in der Qualifikation gestärkt. Der Ranglisten-134. war zu Beginn besser aufgelegt, versemmelte aber bei 2:2 einen Breakball zum Wohlsein des Publikums mit der Rückhand, die restlichen zwei wehrte Thiem souverän ab. Trotzdem brachte der 30-Jährige den Lokalmatador mit seinen flachen Bällen immer wieder in Verlegenheit.

Bei 5:4 war es soweit, Thiem hatte seinen ersten Breakball, gleichbedeutend mit dem ersten Satzball, den er nach einem starken Aufschlag des Belgiers aber ins Netz schlug. Eine Viertelstunde und zwei weiteren zwei abgewehrten Satzbällen später, glich der Belgier auf 5:5 aus. Was sich abgezeichnet hatte, passierte nach 58 Minuten, Thiem verwertete nach knapp einer Stunde seinen fünften Satzball zum 7:5.

Im zweiten Satz passierte lange nichts Bewegendes, bis zum Tie-Break gab es keine Breakbälle. Auch, wenn Österreichs Bester nicht hochklassig am Ende agierte, ging er nach 1:45-Stunden als Sieger vom Platz. „Bermelmans war sehr gut.“

„Il comandante“

Ausgeschieden ist die deutsche Hoffnung Philipp Kohlschreiber: 4:6, 7:6, 4:6 gegen den französischen Vorjahrssieger Lucas Pouille. „Ich hatte erwartet, am Centrecourt zu spielen“, sagt Kohlschreiber, „aber es zeigt, wie gut das Turnier besetzt ist.“

Auch der 35-Jährige ist wie Dominic Thiem und Dennis Novak im Trainingslager auf Teneriffa dabei, unter der Leitung von Günter Bresnik, den Kohlschreiber ehrfurchtsvoll „Il comandante“ nennt.