Sport
29.07.2018

Erst in der Verlängerung musste sich Suljovic geschlagen geben

Der Wiener unterliegt dem zweifachen Weltmeister Gary Anderson mit 19:21 und verdient beim World Matchplay 55.000 Pfund.

Viel mehr Drama kann ein Darts-Finale nicht bereithalten als jenes am Sonntag im englischen Blackpool – erst nach der Verlängerung stand der Sieger des zweitwichtigsten Turniers der Welt fest. Der Wiener Mensur Suljovic durfte das Duell über 35 Legs eröffnen und zeigte sich klar verbessert. Der Schotte Gary Anderson, der bereits zwei Mal die Weltmeisterschaften gewonnen hat, stand freilich um nichts nach, und so entwickelte sich ein hochklassiges, ausgeglichenes Spiel.

Suljovic steigerte seinen Punkteschnitt je drei Pfeile auf 104 (zuvor war er im Turnier bei 94 gelegen, im Semifinale gegen den Schotten Peter Wright gar nur bei 90,16), Anderson hielt nach 15 gespielten Legs bei 100. Das Duell auf Augenhöhe entsprach der Papierform – jeder der beiden Gegner hatte zuvor vier der direkten Duelle für sich entschieden.

Mensur Suljovic ging mit 9:7 in Führung, vergab danach aber bei seinen Doppelwürfen etliche Chancen und musste das 9:11 hinnehmen. Er begann zu grübeln und geriet weiter ins Hintertreffen – 11:14, 11:15. Gary Anderson nutzte eine weitere vergebene Chance zur 17:13-Führung, danach aber warf er die Nerven weg und traf keine Dreier mehr. Bei 17:17 ging es in die Verlängerung – und Mensur Suljovic ging in Führung, lag Minuten später aber wieder mit 18:19 in Rückstand. Und dann hatte Gary Anderson auch noch Pech: Sein Matchdart traf das Doppel-Bull – fiel aber vom Brett.

Im 40. Leg und bei 20:19-Führung ließ sich Gary Anderson die Trophäe, die heuer erstmals nach Darts-Legende Phil Taylor benannt ist, nicht mehr nehmen: 21:19. Lohn für seinen 44. Titel auf der Tour sind neben der Triple Crown of Darts 115.000 Pfund (129.214 €) Preisgeld, Mensur Suljovic nimmt 50.000 Pfund (56.180 €) mit. Sein Fazit: „Gary war brillant, er ist ein wahrer Champion. Dass ich die Zweier nicht wie gewünscht getroffen habe, war einfach schade.“ Es war auch eine Revanche des Schotten: Im vergangenen Jahre hatte ihn Suljovic im Finale der Champions League bezwungen.