So geht das: Nils Politt hatte viel Zeit zum Feiern

© APA/AFP/THOMAS SAMSON / THOMAS SAMSON

Sport
07/08/2021

Ein Tag auf der emotionalen Hochschaubahn für Bora-hansgrohe

Am Vormittag stieg Peter Sagan aus der 108. Tour de France aus. Am Nachmittag holte Nils Politt die zwölfte Etappe

Einmal Mont Ventoux ist schon genug, zwei Mal an einem Tag ist für manche zu viel: Gleich sieben  Herren gaben am Mittwoch auf, Ineos’ Road Captain Luke Rowe schaffte es nicht innerhalb des Zeitlimits ins Ziel – und am Donnerstagmorgen verließ auch Peter Sagan die 108. Tour de France.

Der Straßen-Weltmeister der Jahre 2015, 2016 und 2017 hatte seinem Sturz auf der dritten Etappe  Knieprobleme, am Donnerstag „bin ich alleine gar nicht aus dem Bett gekommen. Das Knie ist sehr stark geschwollen, ich kann jetzt nur eine Pause einlegen und abwarten.“

Warten ist auch das Motto bei der Frage nach der Zukunft des 31-jährigen Slowaken, der mit dem französischen Team Total in Verbindung gebracht  wird, doch auch eine Verlängerung bei Bora-hansgrohe ist nicht ausgeschlossen.

Peter Sagan forced to abandon Tour

Pech für den Rekordjäger

Nichts wurde es am Donnerstag auf den 159,4 Kilometern von Saint-Paul-Trois-Châteaux nach Nîmes mit dem 34. Etappensieg von Mark Cavendish und damit der Egalisierung des Rekordes von Eddy Merckx. Kaum war die zwölfte Etappe freigegeben, setzte sich eine 13-köpfige Ausreißergruppe ab und baute den Vorsprung auf das Hauptfeld um den Gesamtführenden Tadej Pogacar auf mehr als 14 Minuten aus.

40 Kilometer vor dem Ziel attackierte ein Quartett aus der Fluchtgruppe – Imanol Erviti (ESP/Movistar),  Stefan Küng (SUI/Groupama-FDJ), Nils Politt (GER/Bora-hansgrohe) und Harry Sweeny (AUS/Lotto Soudal) –  und vergrößerte den Vorsprung auf die verbliebenen Ausreißer auf mehr als eine Minute.

Perfekte Attacke

In einem kleinen Anstieg 13 Kilometer vor dem Ziel musste Küng abreißen lassen, einen Kilometer später griff Politt an und flog mit weit aufgerissenem Mund seinen verbliebenen beiden Mitstreitern davon.

Einigermaßen fassungslos fuhr Politt solo dem Ziel entgegen, an der 1.000-Meter-Marke schlug sich der 27-jährige Kölner auf den Helm und sicherte sicherte sich danach den bislang größten Erfolg seiner Karriere – und seinem Team den ersten Etappenerfolg bei dieser Tour. Im Ziel stemmte er sein Rad in die Höhe.

"Es ist unglaublich, es ist wirklich ein Traum", sagte Politt. "Als wir am Morgen erfahren haben, dass Peter Sagan die Tour verlässt, mussten wir die Taktik ein wenig umstellen. In unserer Gruppe waren einige Sprinter, die mussten wir loswerden. Also habe ich einmal attackiert, und dann noch einmal an der letzten Welle. Der Radsport ist meine Leidenschaft, meine ganze Familie ist da drin. Umso toller ist es, dass ich jetzt diesen Erfolg erricht habe."

Den Sprint um Platz 2 holte sich Old Boy Erviti (37) vor Sweeny (22). In der Gesamtwertung bleibt der 22-jährige Slowene Tadej Pogacar die Nummer eins, am Ende einer gemütlich gefahrenen Etappe hatte das Hauptfeld 15:53 Minuten Rückstand.

Am Freitag folgen 219,9 flache Kilometer von Nîmes nach Carcassonne – und somit die nächste Siegeschance von Mark Cavendish.

12. Etappe (Saint-Paul-Trois-Châteaux–Nîmes, 159,4 km): 1. Politt (GER) Bora-hansgrohe  3:22:12, 2. Erviti (ESP) Movistar +31, 3. Sweeny (AUS) Lotto Soudal gl. Zeit, 14. Cavendish (GBR) Deceuninck-Quick Step +15:53, 21. Pogacar (SLO) Emirates, 25. Vingegaard (DEN) Jumbo-Visma, 26. Luzenko (KAZ) Astana-Premier Tech, 30. Kelderman (NED) Bora-hansgrohe, 39. Mas (ESP) Movistar, 40. O'Connor (AUS) AG2R Citroën, 41. Urán (COL) EF-Nippo, 44. G. Martin (FRA) Cofidis, 58. Bilbao (ESP) Bahrain-Victorious, 69. Konrad (AUT) Bora-hansgrohe, 80. Haller (AUT) Bahrain-Victorious, 95. Pöstlberger (AUT) Bora-hansgrohe alle gl. Zeit, 154. Gogl (AUT) Qhubeka-NextHash +17:30.

Gesamt: 1. Pogacar 47:06:50, 2. Urán +5:18, 3. Vingegaard +5:32, 4. Carapaz +5:33, 5. O'Connor +5:58, 6. Kelderman +6:16, 7. Luzenko +6:30, 8. Mas +7:11, 9. G. Martin +9:29, 10. Bilbao +10:28, 29. Konrad +57:12, 119. Gogl +2:06:55, 130. Pöstlberger +2:12:06, 151. Haller +2:29:34.

Freitag: Nîmes–Carcassonne (219,9 km).

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