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Boxen
10/31/2012

Ein "ganz normaler" Boxkampf

Der erste internationale Profi-Boxkampf in Afghanistan hat ein weiteres Stück Normalität in das kriegsgeplagte Land gebracht.

Der in Hamburg lebende gebürtige Afghane Hamid Rahimi besiegte am Dienstag in Kabul den Tansanier Said Mbelwa durch technischen K.o. in der siebenten Runde und eroberte damit den Interkontinental-Titel des WBO im Mittelgewicht.

"Mein großer Traum ist wahr geworden", sagte Rahimi. "Ich bin absolut überwältigt, kann noch gar nicht in Worte fassen, wie stolz und glücklich ich bin." Wichtiger als der Gürtel ist dem 29-Jährigen seine Mission, die er in seinem Heimatland erfüllen wollte. "Dieser Titel gehört nicht mir, er gehört ganz Afghanistan. Wir haben der Welt gezeigt, dass es sich lohnt, gegen Krieg und Terrorismus zu kämpfen."

Rund 3.000 Zuschauer verfolgten den "Fight 4 Peace" in der zum Parlamentskomplex gehörenden Loya-Jirga-Halle. Hunderte Polizisten und Terrorismus-Spezialisten sicherten das Gebäude, wo sonst afghanische Stammesälteste um Polit-Entscheidungen ringen. Hochrangige Regierungsvertreter saßen am Ring, darunter der afghanische Vize-Außenminister von Präsident Hamid Karzai.

"Das ist ein großer Moment in der afghanischen Geschichte", sagte Fabrikarbeiter Lala Ali. "Ich mag Sport. Er hält die Menschen von Gewalt ab." Das frühere Taliban-Regime hatte zwischen 1996 und 2001 alle Formen der Unterhaltung und den meisten Sport als unislamisch verdammt.

Zur Veranstaltung gehörten die im Boxen üblichen Show-Einlagen, zwei afghanische Popsänger gaben ihre bekanntesten Stück zum Besten. "Der Kampf für den Frieden ist natürlich noch lange nicht zu Ende", sagte Rahimi, der Afghanistan 1992 wegen des Krieges in Richtung Deutschland verlassen hatte. "Dieser Abend hat gezeigt, dass wir zusammen Großes vollbringen können. Lass weiter uns für den Frieden kämpfen."

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