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Sport
07/30/2012

Ehefrau als Fan: Oblinger-Peters in anderer Rolle

Sie ist sein größter Fan. Sein Halt im Leben und im Sport.

Niemand würde dem Kanuten Helmut Oblinger eine Medaille mehr gönnen als seine Ehefrau. Violetta Oblinger-Peters gewann vor vier Jahren in Peking Bronze im Wildwasser-Slalom, für London ist sie nicht qualifiziert, aber natürlich reiste sie als Unterstützung an.

Trotz räumlicher Nähe ist sie aber weiter weg als ihr lieb ist. Vor allem vor dem Start fehlen die beiden einander sehr. Der 39-jährige Helmut Oblinger kämpft Mittwoch um den Finaleinzug.

Bei den Vorläufen am Sonntag hatte Oblinger-Peters mit Gäste-Pass limitierten Zutritt im Lee Valley White Water Centre und war beim Aufwärmen dabei. Am Finaltag ist sie mit Ticket eine Zuschauerin wie viele Tausende andere. "Wir sind einander am Start sehr wichtig. Manches Mal muss ich nichts mehr sagen. Manchmal sagt er, 'sei ruhig, ich will nix mehr hören'. Aber ich bin halt die Person, zu der er sagen kann, ich fühl mich nicht gut, ich bin total nervös, ich fühle das Boot nicht. Wenn er es loswird, ist es für ihn vergessen, dann kümmere ich mich drum", erzählte Oblinger-Peters im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Seit eineinhalb Jahrzehnten sind die beiden unzertrennlich, vor drei Jahren trat Söhnchen Milo in ihr Leben, während der Sommerspiele ist er zu Hause geblieben. Der Trubel wäre zu groß. Dass Oblinger-Peters die Olympia-Quali verpasst hat, hat sie relativ schnell abgehakt. "Ich war erleichtert, dass die Situation vorbei war, weil es ein wahnsinniger Druck war. Nicht nur für mich, auch für Heli, der sich zuerst überhaupt nicht über seine Quali freuen konnte." Bei den Trainingslagern zuletzt war sie nicht dabei, weil sie wollte, dass ihr Mann die Ressourcen des Trainers voll ausnutzen kann. "Wir waren relativ viel getrennt und ich konnte ihm nicht viel Feedback geben. Er hat Milo ganz wenig gesehen."

Das Rennen um den Damen-Olympia-Startplatz machte Doppel-Weltmeisterin Corinna Kuhnle, sie lag bei der WM und ganz knapp auch bei der EM voran. "Es kann halt nur eine dabei sein, als Sportlerin findest du dich damit schnell ab", erklärte Oblinger-Peters. Dass es bei der EM so eng zugegangen sei, sei irgendwie schön und gleichzeitig total tragisch gewesen. "Es tat sauweh. Eine halbe Sekunde hat auch viel mit Glück zu tun, das an dem Tag dann fehlt." Wäre die EM zugunsten von Oblinger-Peters ausgegangen, hätte der Weltcup in Cardiff die Entscheidung bringen müssen.

In London ist Oblinger-Peters von den anderen Paddlern und Betreuern mit vielen netten Worten empfangen worden, das habe ihr unheimlich gut getan und sie auch ein bisschen überrascht. "Ich habe zuletzt die Leute von außen betrachtet, so eine Olympia-Vorbereitung ist nicht schön, da ist nichts mehr mit freundlich. Es ist manchmal gut, ein Stück zurückzugehen und das von außen zu betrachten."

Trotzdem wird sie bald wieder mitten drinnen sein. "Wir wollen beide nicht aufhören. Wir wissen nicht genau, wie wir es organisieren, ob es für Helmut beim Bundesheer so weitergeht", sagte Oblinger-Peters (34). "Der Sport ist aber so schön. 2015 ist hier die WM, da würde ich wirklich gerne noch mal die Strecke kennenlernen, das juckt schon sehr, mal schauen, wie das alles wird."

Klar ist ihr aber zuletzt in Cardiff geworden, wo sie ganz alleine beim Wettkampf war, dass dies nicht ihr Ziel ist: "So würde ich den Sport auch nicht machen wollen. Wir sind schon so an diesen Luxus gewohnt, dass wir uns immer haben. Es ist unser Leben." Sie haben Ausbildungen absolviert, Studien, sind Eltern geworden. "Wir hanteln uns nicht nur von Rennen zu Rennen. Es sind wirklich wichtige Dinge in unserem Leben passiert."

Vielleicht kommt am Mittwoch wieder ein neues Erlebnis dazu. "Heli ist bestens vorbereitet. Das was jetzt kommt, kann er nur noch so nehmen, wie es kommt. Ich würde es ihm so wahnsinnig gönnen. Es hat oft nicht viel gefehlt." Oblinger-Peters hätte gerne vor London noch einen Blick auf ihre Olympia-Medaille geworfen, doch die ist derzeit in einer Ausstellung. "Es wäre cool, wenn Heli auch noch eine mit heim bringt."

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