Durant gegen James - Superstars im NBA-Finale
Keiner hat bisher einen NBA-Titel gewonnen - ab Dienstag stehen einander die Ausnahmekönner mit ihren Teams Oklahoma City Thunder und Miami Heat in der Finalserie gegenüber. Das bevorstehende Duell der beiden Freunde, die im Sommer in London gemeinsam um Olympia-Gold spielen wollen, elektrisiert die USA.
Durant, dreimal in Folge Topscorer der Liga, drehte mit Oklahoma City im Halbfinale einen 0:2-Rückstand gegen die San Antonio Spurs mit vier heroischen Siegen in Folge noch in ein 4:2. 20 Spiele hintereinander hatten die Spurs zuvor nicht verloren. James stand mit dem Top-Favoriten aus Miami ebenfalls bereits vor dem Aus. Das Starensemble aus Florida musste gegen Rekordmeister Boston Celtics über die volle Distanz von sieben Spielen gehen.
Für James ist es die zweite Chance seit seinem vielbeachteten Wechsel nach Florida im Sommer 2010. Im Vorjahr war der Superstar mit seinem neuen Team im Finale überraschend an den Dallas Mavericks gescheitert. In der regulären Saison wurde der 27-Jährige zum dritten Mal nach 2009 und 2010 (jeweils bei den Cleveland Cavaliers) zum wertvollsten Spieler ("MVP") gewählt. Seine vielen Kritiker kann er aber nur mit einem Meistertitel zum Schweigen bringen.
"Ich kann mir keine Sorgen darüber machen, was die Leute über mich sagen, über mein Spiel und mich als Person", erklärte James, der als Egozentriker gilt. In aller Bescheidenheit hat der "chosen 1" (der Auserwählte) auf seinen Rücken tätowiert. Durant dagegen ist auf dem Boden geblieben - obwohl er in den vergangenen drei Saisonen nie weniger als 27,7 Punkte pro Spiel erzielt hat. Der Karriereschnitt des 23-Jährigen beträgt unglaubliche 26,3 Zähler pro Partie.
"Mein Job ist es, als Basketballer jeden Tag besser zu werden", betonte Durant. Das könne er am besten in Oklahoma City. "Diese Stadt ist so entspannt und ruhig, genau so bin ich auch als Mensch. Das ist der perfekte Ort für mich." Der Jungstar will ihn mit dem ersten Titel belohnen. Dafür steht ihm ein junges, hungriges Team zur Verfügung, das derzeit spektakulärste der NBA. Mit Russel Westbrook und James Harden, dem besten Bankspieler der Liga, verfügen die Thunder über weitere gefährliche Waffen.
James vertraut auf die "Big Three", die Miami schon im Entscheidungsspiel gegen Boston zum Sieg geführt haben. Neben seiner Wenigkeit sind das Dwyane Wade, mit dem Team aus Florida schon 2006 das erste und einzige Mal Meister, und der von einer Bauchmuskelverletzung genesene Chris Bosh. "Es ist ein würdiges Finale", versicherte James, der in dieser Phase schon 2007 mit Cleveland an San Antonio gescheitert war.
So unterschiedlich James und Durant auch sein mögen, ihr Verhältnis ist gut. Während des Tarifstreits ("Lock-out"), der zu einem zwei Monate verspäteten Saisonstart geführt hat, trainierten die beiden Superstars im November sogar eine Woche miteinander. "Hell week" (Höllenwoche) nannten sie ihr gemeinsames Camp. Den ultimativen Preis für seinen Ehrgeiz kann es allerdings nur für einen geben. Die Titelentscheidung fällt spätestens am 26. Juni. Oklahoma City hätte in einem siebenten Spiel wie zum Auftakt Heimrecht.
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