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Sport
04/17/2019

Duell im Fürstentum: Kronprinz Thiem fordert König Nadal

Dominic Thiem startet heute in Monaco mit viel Selbstvertrauen. Favorit bleibt aber Rafael Nadal.

von Harald Ottawa

Das Rennen ist eröffnet, nun darf kein Sand mehr im Getriebe sein. Rafael Nadal gegen Dominic Thiem. Die beiden besten Sandplatz-Spieler der jüngsten zwei Jahre starten in ihre Lieblingswochen. Runde eins des Duells geht in Monte Carlo über die Bühne. Dort, wo Dominic Thiem heute vom Slowaken Martin Klizan und Nadal von einem spanischen Landsmann Roberto Bautista Agut gefordert wird.

Wenn man die beiden Herren dieser Tage beobachtet, wird man erkennen, dass sie schon unangenehmere Zeiten erlebt haben. Thiem spricht davon, "sich schon lange nicht so gut gefühlt" zu haben, Nadal genießt es, nach seinen Knieproblemen wieder ganz fit zu sein.

Der gestrige Vormittag im Monte Carlo Country Club lässt aber keinen Zweifel zu, wer der König und wer der Kronprinz ist. Nicht nur, weil der 32-jährige Spanier elf Mal im Fürstentum gewonnen hat, Thiem erst fünf Spiele insgesamt. Mehr als ein Viertelfinale im Vorjahr schaute noch nicht raus.

Höhepunkt

Eine Schar von rund 50 Leuten begleiteten Nadal auf den Court, sie hätten ihn wohl auch von der Umkleidekabine abgeholt. Ihn beim Training zu sehen, gestaltete sich ob der Massen schwierig, einige lagen sogar auf dem Boden um ein paar Blicke unter dem Zaun durch zu werfen. Und wenn bei einem lockeren Trainingsspielchen die spanische Fahne hängt, wird man sich der Bedeutung des besten Sandplatz-Spielers der Geschichte bewusst.

Viele Fans aus seinem Heimatland sind mitgereist und sie wissen, dass sie aus gutem Grund bis zum finalen Sonntag gebucht haben. "Wer soll hier sonst gewinnen? Auch wenn die Konkurrenz groß ist. Aber hier ist er kaum zu schlagen, die Verhältnisse liegen ihm ganz besonders", sagt ein spanischer Journalist. Eine vorzeitige Abreise ihres Schützlings gab es zuletzt 2015, als er im Semifinale Novak Djokovic unterlag. Seitdem durften ihm alle Gegner zum Sieg gratulieren (Matchbilanz: 68:4). Im Vorjahr tat es Thiem nach einer 0:6-2:6-Niederlage. Er war aber der einzige Herr, der Nadal in den vergangenen zwei Jahren auf Sand besiegen konnte.

Und deshalb sahen dem Österreicher beim Training mit Doppelpartner Jürgen Melzer auch einige Neugierige auf die Rackets. Mit Nicolás Massú ist auch der Wohlfühl-Faktor auf den Platz zurückgekehrt. "Mir hat Tennis schon lange nicht so viel Spaß gemacht."

Hochzeit bei Nadal

Ein Duell auf Hallenbelag in der Wiener Stadthalle wird es indes auch heuer nicht geben. Nadal ist zwar im Oktober an kein anderes gleichzeitig stattfindendes Turnier gebunden, unterschreibt aber einen anderen Vertrag. "Wir haben gehofft, aber er heiratet zur gleichen Zeit", erzählt Wiens Turnierboss Herwig Straka.