Drogenmissbrauch im Spitzensport

Sie waren in ihren Sportarten Größen, doch mit dem Erfolg kam auch die Versuchung, der einige nicht widerstehen konnten.

Nach Bekanntwerden des gedeckten Drogenkonsums in der englischen Premier League stellt sich wieder einmal die Frage, ob das Einnehmen illegaler Substanzen im Spitzensport weiter verbreitet ist als angenommen. 

Der deutsche Fußballtrainer Christoph Daum war dem südamerikanischen Rauschmittel Kokain nicht abgeneigt. Nach Vorwürfen von Bayern-Präsident Uli Hoeneß ließ sich Daum freiwillig auf Kokain testen. Der Schuss ging allerdings nach hinten los, da die Haarprobe Daums die Anschuldigungen Hoeneß' bestätigten. Bei Diego Maradona ... ... zeigte das Koksen geradezu mannigfaltige Auswirkungen. Übergewicht, Herzinfarkte, Reha-Aufenthalte auf Kuba und fragwürdige Haarfarben waren die Folgen der Sucht. Ob Maradonas schon zuvor sehr großes Ego durch das Kokain noch größer wurde, kann nicht beantwortet werden. Die finnische Skisprung-Legende Matti Nykänen hat seine gesammelten Erfahrungen mit Alkohol, Kokain und häuslicher Gewalt sogar in Buchform veröffentlicht. "Grüße aus der Hölle" lautet der vielversprechende Titel der Memoiren. Paul "Gazza" Gascoigne zählte während seiner aktiven Zeit zu einem der besten Kicker der britischen Inseln. Abseits des Platzes sorgte das Enfant terrible damals schon mit mehrtägigen Saufgelagen für Aufsehen. Der rumänische Fußballer Adrian Mutu ist wohl der bislang bekannteste Kokser der englischen Premier League. Im Jahr 2003 wechselte er für 22 Millionen Euro nach London zum FC Chelsea, wo ihm kurz darauf der Konsum von Kokain nachgewiesen wurde. Er schuldet dem Ex-Verein immer noch enorme Summen an Entschädigung für seine siebenmonatige Sperre. Der italienische Radprofi Marco Pantani ging an seiner Sucht zugrunde. 2004 verstarb  der einstige Tour de France und Giro d'Italia-Gewinner an einer Überdosis Kokain. Sein belgischer Rad-Kollege Tom Boonen ist sogar Wiederholungstäter. 2008 und 2009 wurde er positiv auf Kokain getestet. Weitere prominente Sportler, denen das weiße Pulver zum Verhängnis wurde, sind der kubanische Top-Hochspringer Javier Sotomayor, ... ... die ehemalige Weltklasse-Tennisspielerin Martina Hingis, die ihre positiven Dopingkontrollen in Wimbledon darauf zurückführte, dass ihr jemand Kokain ins Essen gemischt haben muss, ... ... und Mike Tyson, der in seinem durchaus abwechslungsreichen Leben anscheinend nichts auslassen wollte. Unvergessen bleibt hierzulande das Fernsehinterview von Elmar Oberhauser mit Andreas Goldberger, im Zuge dessen der Weltklasse-Skispringer kleinlaut das einmalige Probieren von Kokain zugegeben hat.

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(KURIER.at / Florian Bauer) Erstellt am
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