Sport
27.03.2018

Djokovic versteht die Tennis-Welt nicht mehr

„Ich versuche alles, aber nichts funktioniert“: Djokovic verlor drei Spiele in Folge und findet keinen Weg aus der Krise.

Bei Novak Djokovic geht nicht mehr viel. Der 30-Jährige steckt in der größten Krise seiner Karriere. In Miami verlor der Serbe letzte Woche das dritte Match auf der Tour in Serie. Das passierte Djokovic zuletzt als Teenager im Jahr 2007. Der „Djoker“ ist nicht einmal zwei Jahre nach der Vervollständigung des Karriere-Grand-Slams in Roland Garros 2016, auf dem Tiefpunkt angelangt. Nicht einmal zwei Jahre ist es her, da galt Djokovic fast als unbezwingbar. Davon ist er zurzeit weit entfernt. Der zwölffache Major-Sieger kommt seit Ende 2016 nicht mehr richtig in Tritt. In der Weltrangliste ist die die ehemalige Nummer 1 aus den Top Ten gefa llen, ist nur noch die Nummer 12 der Tennis-Welt.

Im Mai 2017 machte Novak Djokovic einen radikalen Schnitt in seinem Umfeld. Er trennte sich nicht nur von Trainer Marian Vajda, sondern auch vom Physiotherapeuten und vom Fitnesscoach – das war der Tiroler Gebhard Gritsch acht Jahre lang gewesen. Schon ein halbes Jahr davor hatten sich Djokovic und Boris Becker nach drei Jahren Zusammenarbeit getrennt. Einer der Gründe soll Pepe Imaz gewesen sein, Mentaltrainer und Guru. Imaz bezeichnet sich als „göttliches Wesen aus Licht und Liebe“.

Neues Umfeld

Becker weg, Vajda weg, aber Imaz ist noch immer da. Mittlerweile ist Andre Agassi der Betreuer von Djokovic, an dessen Seite arbeitet Ex-Profi Radek Stepanek.

Djokovic wird schon seit fast zwei Jahren von Ellbogenschmerzen verfolgt. Sein Selbstvertrauen ist geschwunden, im Vergleich zu früher leistet er sich deutlich mehr Fehler. Er wirkt orientierungslos und fast schon verzweifelt.

Nach dem Miami-Aus meint Djokovic: „Ich versuche alles, aber nichts funktioniert. Mehr kann ich im Moment nicht sagen. Ich fühle mich einfach nicht gut genug, um mein bestes Tennis spielen zu können. Ich würde gerne besser spielen, aber das geht momentan einfach nicht.“

Im Nachhinein wäre es wohl gescheiter gewesen, wenn er auf die Turniere in Indian Wells und Miami verzichtet hätte. Das gilt auch für die Sandsaison, die nun folgt und die Djokovic in der aktuellen Verfassung nicht entgegen kommt. Nirgends sonst sind Fitness, die Beinarbeit und Selbstvertrauen in die Schläge bedeutender als auf Sand. Eine längere Auszeit – wie es Roger Federer macht – könnte auch Djokovic nützen. Ansonsten droht ihm ein weiterer Absturz.