Emotional wie selten: Primoz Roglic hatte viel Freude mit seiner Leistung

© APA/AFP/MIGUEL RIOPA

Sport
09/01/2021

Der Tag des Vuelta-Titelverteidigers: Roglic trägt wieder Rot

Der Slowene siegt solo auf der verregneten 17. Etappe. Felix Großschartner stürzt, klettert aber auf Gesamtrang neun.

Zwei Berge der ersten Kategorie und ein Finale der Hors Catégorie – es war angerichtet auf der 17. Etappe der Vuelta zwischen Unquera und den Lagos de Covadonga im Nordwesten Spaniens. Wann, wenn nicht auf den 185,8 Kilometern an diesem Mittwoch, sollte Titelverteidiger Primoz Roglic seinen Angriff auf den norwegischen Gesamtführenden Odd Christian Eiking starten?

61 Kilometer vor dem Ziel attackierte Ineos’ Kolumbianer Egan Bernal, nur Roglic konnte bei der zweiten Befahrung der Collada Llomena folgen. Eiking fiel zurück und stürzte in der folgenden Abfahrt auf regennasser Fahrbahn, konnte aber weiterfahren. Felix Großschartner, der Gesamtzehnte aus dem Team Bora-hansgrohe, ging 21 Kilometer vor dem Ziel zu Boden und kämpfte sich zurück in die Gruppe der Verfolger.

Packendes Finale

Das 12,6 Kilometer lange Finale mit 900 Höhenmetern und bis zu 16 Prozent Steigung war nach fünf Kilometern zu schwer für Bernal, der Kolumbianer musste abreißen lassen und bestätigte damit die Vermutungen, dass der 24-Jährige nach seinem Sieg beim Giro d'Italia nicht mehr in Bestform ist.

Primoz Roglic aber kurbelte weiter in Regen und Nebel und siegte schließlich solo, 2:22 Minuten vor seinem Jumbo-Visma-Teamkollegen Sepp Kuss (USA) und Miguel Ángel López (ESP/Movistar). Damit führt der 31-Jährige auch wieder im Klassement, 2:22 Minuten vor Enric Mas (ESP/Movistar) und 3:11 vor López. Und er ist dem dritten Vuelta-Sieg in Serie einen großen Schritt näher, endet doch die Rundfahrt am Sonntag mit einem Einzelzeitfahren. Der Olympiasieger heißt Primoz Roglic.

Vorteil Roglic: Auch bei dieser Rundfahrt sind sich die Movistar-Profis keineswegs einig und machen vor allem, was ihnen gerade einfällt, ein Problem, das die spanische Mannschaft seit vielen Jahren begleitet.

"Ich habe den Tag genossen", sagte der Slowene. "Das war eine tolle Show, echtes Radrennen. Und meine beste Leistung bei dieser Vuelta."

"Es hat viele Körner gekostet"

Und Felix Großschartner? Der Oberösterreicher kämpfte sich als Zwölfter ins Ziel, 2:47 Minuten hinter Roglic. Im Klassement ist er nun Neunter mit 6:54 Minuten Rückstand. "Es war von Anfang an ziemlich schwer, aber das Team hat einen guten Job gemacht, allen wichtigen Attacken zu folgen. In den Anstiegen hat Ineos ein gutes Tempo gemacht, aber dann hat es angefangen zu regnen und die Straßen wurden rutschig. Ich hatte immer noch Ben Zwiehoff bei mir, und der hat mir geholfen, nach meinem Sturz wieder zurückzukommen. Es hat viele Körner gekostet, aber gleich vor der Steigung war ich wieder in der Verfolgergruppe. Ich weiß, dass ich mein Bestes gegeben habe, und ich bin froh, dass ich immer noch in den Top Ten im Gesamtklassement bin." 

Bergig geht es weiter: am Donnerstag mit dem monströsen Schlussanstieg auf den Alto d’el Gamoniteiru (14,6 Kilometer lang und bis zu 17 Prozent steil). "Das wird wieder eine sehr harte Etappe", glaubt Roglic, "wir werden dann sehen, ob mein Vorsprung auf die Verfolger reicht."

Vuelta, 17. Etappe (Unquera–Lagos de Covadonga, 185,8 km): 1. Roglic (SLO) 4:34:45, 2. Kuss (USA) beide Jumbo-Visma +1:35, 3. López (COL) Movistar, 7. Bernal (COL) Ineos alle gl. Zeit, 12. Großschartner (AUT) Bora-hansgrohe +2:47, 23. Eiking (NOR) Intermarché–Wanty-Gobert +9:23, 84. P. Gamper (AUT) Bora-hansgrohe +36:59.
Gesamt: 1. Roglic 68:42:56, 2. Mas (ESP) Movistar, 3. López +3:11, 4. Haig (AUS) Bahrain-Victorious +3:46, 5. G. Martin (FRA) Cofidis +4:16, 6. Bernal +4:9, 9. Großschartner +6:54, 11. Eiking +7:59, 105. P. Gamper +3:03:24.

Benelux-Tour, 3. Etappe (EssenHoogerheide, 168,3 km): 1. Van der Hoorn (NED) Intermarché–Wanty-Gobert 3:40:23, 2. Norsgaard (DEN), 3. Durbridge (GBR) BikeExchange alle gl. Zeit, 33. Pöstlberger (AUT) Bora-hansgrohe +4, 123. Gogl (AUT) Qhubeka-NextHash +1:59.
Gesamt: 1. Bissegger (SUI) EF-Nippo 7:24:55, 2. Asgreen (DEN) Deceuninck-Quick Step +19, 3. Küng (SUI) Groupama-FDJ +20, 12. Pöstlberger +48, 126. Gogl +9:02.

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