© Mirad Odobasic

Sport
11/02/2020

Coronavirus: Breitensport-Dachverbände fordern Ausnahmen

"Österreichs Kinder brauchen Sport genauso wie die Schule", sagt Sportunion-Präsident Peter McDonald.

Alle drei Breitensport-Dachverbände tragen die ab Dienstag geltenden Corona-Lockdown-Maßnahmen in Österreich mit, wünschen sich aber dringend Ausnahmen für Breiten- und Vereinssport sowie den Kinder- und Jugendbereich. Als erste Reaktion wird man überall das digitale Bewegungsangebot aus dem ersten Lockdown für Kinder, Jugendliche und Erwachsene wieder hochfahren, wird von ASVÖ, ASKÖ und Sportunion versprochen.

In Österreich wird zwar der Spitzensport im zweiten Corona-Lockdown nicht heruntergefahren. Und auch im Nachwuchsbereich dort nicht, wo Leistungen im bundesweiten oder internationalen Maßstab erbracht werden. Amateur-, Nachwuchs-und Breitensportler können ab Dienstag hingegen nur noch individuell und unter Einhaltung der Abstandregeln Sport betreiben. Gegen dieser Einschränkung wehren sich nun die für den Breitensport zuständigen Dachverbände, die auf Ausnahmen gehofft hatten.

"Mit voller Wucht" getroffen

"Die neuen Maßnahmen der Bundesregierung zum Kampf gegen das Corona-Virus treffen den Breiten- und Amateursport mit voller Wucht", meint etwa ASKÖ-Präsident Hermann Krist am Montag in einer Aussendung. Damit sei zwar zu rechnen gewesen, "aber insgeheim haben wir doch gehofft, dass man die Vorzüge von Sport und Bewegung als Beitrag für die Eindämmung dieser großen Gefahr für unsere gesamte Gesellschaft anerkennt und den Vereinssport mit einbezieht."

Dies sei leider nicht der Fall und mache ihn "betroffen", so Krist. "Ich weiß nicht, warum man auch in der Spitzenpolitik immer die positive gesundheitliche und soziale Wirkung von Bewegung für alle im Vereinssport begrüßt, aber dann, wenn es darauf ankommt, nicht aktiv darauf zurück greift."

Sonderregelungen für den Kinder- und Jugendsport gefordert

Beim ASVÖ bedauert man die restriktiven Beschlüsse für den Breitensport ebenfalls und hofft auf eine baldige Lockerung. Präsident Christian Purrer sieht den Sport und die Sporttreibenden wie viele andere als Teil der Lösung: "Sport stärkt das Immunsystem und trägt zum psychischen Ausgleich bei. Diese beiden Faktoren sind in einer Pandemie, wo Personen meist zuhause bleiben müssen, besonders wichtig." Die Sportausübung in Kleingruppen solle weiterhin möglich bleiben, vor allem im Hinblick auf Kinder und Jugendliche, fordert Purrer in einem Appell an die Bundesregierung.

Dort hakt auch die Sportunion ein. "Natürlich sind wir traurig. Auch weil unsere intensive Vorbereitung und die Corona-Präventionskonzepte unserer Vereine nachweislich gut funktioniert haben und wir so Ansteckungen bei der Sportausübung verhindern konnten", erklärte Präsident Peter McDonald, der sich vor allem Ausnahmen für die Jüngsten wünscht. "Österreichs Kinder brauchen Sport genauso wie die Schule", ist McDonald überzeugt. Man fordere daher möglichst bald eine Ausweitung der Ausnahmebestimmungen in der Verordnung für den Kinder- und Jugendsport.

Er sei überzeugt, dass mit entsprechenden Präventionskonzepten und Contact-Tracing Kinder- und Jugendtrainings weiter abgehalten werden könnten - vergleichbar zu den offen gehaltenen Pflichtschulen. Deshalb sollten - ähnlich wie im Schulbereich bei Minderjährigen - entsprechende Corona-Sonderregelungen für den Kinder- und Jugendsport gelten. "Der Nutzen wäre exorbitant und das Risiko gegen Null", ist McDonald überzeugt.

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